Leipzig - In der Vorstandsetage von RB Leipzig herrscht hektische Betriebsamkeit. Bis Montag muss der sächsische Bundesligist dem europäischen Fußball-Verband Uefa mitteilen, wann und wo das für den 16. Februar angesetzte Champions-League-Heimspiel gegen den FC Liverpool ausgetragen wird. Nachdem die Bundespolizei einen Antrag auf Einreise des englischen Teams mit Trainer Jürgen Klopp am Donnerstag wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen abgelehnt hatte, muss nun schnellstens eine Lösung her.

Wie die aussehen könnte, konnten und wollten die Leipziger am Freitag noch nicht sagen. „Wir arbeiten in alle Richtungen. Fest steht, das Spiel wird nicht ausfallen. Wir werden aber keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, sagte RB-Sprecher Till Müller auf der Online-Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 am Sonnabend (15.30/Sky). Trainer Julian Nagelsmann hatte sich unmittelbar zuvor noch einmal bei Vorstandschef Oliver Mintzlaff nach dem Stand der Dinge erkundigt. „Es gibt noch keinen neuen Stand und deshalb auch nichts zu verkünden“, sagte der RB-Trainer.

Einen Ausfall der Partie, die dann mit 3:0 für Liverpool gewertet werden würde, will und wird sich RB nicht leisten. Die Verlegung ins europäische Ausland ist naheliegend, auch wenn im Hinterkopf sicher noch die Hoffnung auf ein echtes Heimspiel mithilfe der Politik existiert. Nachdem zunächst Salzburg oder London als Optionen galten und auch die polnischen Städte Danzig und Krakau geprüft worden sein sollen, soll nun Budapest der Favorit sein. Das berichtete am Freitag der Sportbuzzer.

Demnach gelten für Ungarn zwar bis mindestens zum 1. März Binnengrenzkontrollen und ebenfalls strenge Einreisebestimmungen. Für Profisportler sind aber Ausnahmen vorgesehen. Für die Rückreise nach Deutschland würde ein negatives Test-Ergebnis reichen, da Ungarn anders als Großbritannien nicht als Hochrisikoland eingestuft ist.

Ein Tausch des Heimrechts soll Liverpool abgelehnt haben

Auch ein späteres Aufeinandertreffen mit den Reds nach dem 17. Februar – bis dahin gelten die aktuellen Corona-Beschränkungen der Bundesregierung – wäre in Betracht gekommen. Allerdings geht gegenwärtig niemand davon aus, dass diese Beschränkungen wegen der Coronavirus-Mutationen tatsächlich aufgehoben werden. Einen Tausch des Heimrechts mit der ersten Partie in Liverpool sollen die Engländer abgelehnt haben.

Nagelsmann scheint gelassen zu sein. „Ich kann es nicht organisieren und auch nicht festlegen, wie es läuft. Ich fühle mich in dieser Frage auch nicht allein gelassen. Ich versuche, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die ich beeinflussen kann.“ Und dabei geht es zunächst mal um die Aufgabe Schalke 04. Und hier stellt sich vor allem die Frage, wer stürmen darf: Spielt der bislang glücklose Alexander Sörloth oder der gegen Bochum im Pokal zweimal erfolgreiche Yussuf Poulsen? Vielleicht sogar beide?

Fakt ist, RB muss gerade im Angriff effizienter werden. Zahlreiche erstklassige Chancen führen zu selten zu Treffern. Nur in der Saison 2016/2017 hatte RB noch weniger Treffer nach dem 19. Spieltag zu Buche stehen als jetzt. Nagelsmann fehlt ein Knipser. Obwohl Sörloth erst einmal in der Bundesliga traf, scheint er auf einem guten Weg. „Alex hat in den vergangenen Wochen eine gute Entwicklung genommen, es geht in die richtige Richtung. Bei den Schritten, die wir von ihm verlangen in Bezug auf Anlaufen und das Gegen-Pressing hat er Fortschritte gemacht. Das spricht vielleicht dafür, diesen Prozess fortzuführen“, sagte Nagelsmann.

Dagegen setzt Poulsen wie gegen Bochum Tore. Gegen Dortmund hatte er den Trainer nicht überzeugt, saß deshalb dann auf der Bank. Auch gegen Bochum war er nach Nagelsmanns Meinung nicht so glücklich, traf dann aber doppelt. „Daran wird ein Stürmer gemessen. Das Momentum spricht da wohl für ihn“, sagte Nagelsmann und wollte das Abschlusstraining abwarten.

Konaté und Kampl sind Optionen

In der Defensive kann Nagelsmann wieder auf Abwehrspieler Ibrahima Konaté und Mittelfeld-Motor Kevin Kampl zurückgreifen. Beide sind nach ihren Blessuren und dem Ausfall im Pokalspiel gegen den VfL Bochum ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Dagegen sind Justin Kluivert und Emil Forsberg noch keine Option. Mit deren Rückkehr rechnet der Trainer in den nächsten Wochen, wobei für Forsberg die Spiele gegen Augsburg am nächsten Sonnabend oder Liverpool am 16. Februar als Ziel ausgegeben sind.