„Sportler mit dem Volk“ steht auf dem Transparent, hinter dem u.a. das Volleyball-Idol Artur Udris (Nr. 23) und der Basketballer Yegor Meshcheryakov (rechts daneben mit Victory-Zeichen) gegen Präsident Alexander Lukaschenko protestieren.

Anatol Redzkin

Berlin - Von der obersten Etage seines Wohnhauses hat Yegor Meshcheryakov einen guten Ausblick über Minsk. Seit mehr als sechs Wochen und der Wiederwahl des Präsidenten Alexander Lukaschenko sieht er morgens die Militärfahrzeuge in die Innenstadt fahren. Meshcheryakov beobachtet, wie Hunderte Polizisten in Kampfmontur durch die Straßen marschieren. Er hört die verzerrten Stimmen von Beamten, die den Protestierenden über Lautsprecher mit Gefängnis drohen.

Viele Belarussen haben genug von den repressiven Methoden Lukaschenkos, sie hegen Zweifel an der Legalität seiner Wahl. Und Yegor Meshcheryakov hat sich daran gewöhnt, dass seine europäische Heimatstadt Minsk wie ein Kriegsschauplatz wirkt. Doch er hat sich auch daran gewöhnt, dann erst recht auf die Straße zu gehen. Stundenlang zieht er mit Freunden durch die Stadt, umgeben von Zehntausenden Menschen. Sie riskieren ihren Job und ihre Gesundheit.

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