Beschäftigt sich derzeit vor allem mit dem Zuschauerkonzept für die neue Saison: Füchse-Manager Bob Hanning.
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BerlinDie Nachrichten, die Volker Zerbe, der Sportkoordinator der Füchse, von der Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) in Köln nach Berlin mitbrachte, riefen bei Bob Hanning eine gemischte Reaktion hervor. Dass die 39 Erst- und Zweitligisten für die kommende Saison eine Regeländerung beschlossen, begrüßt der Berliner Manager sehr. In der Spielzeit 2020/21 entscheidet bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Teams nicht wie bislang das Torverhältnis über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. „Das habe ich ja gefordert“, sagte Hanning. „Es geht darum, die Belastung aller Spieler geringer zu halten“ – sollte eine Partie vorzeitig entschieden sein. 

Diesen Vorschlag unterstützte auch der Bundestrainer. Jedenfalls sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Donnerstag, der Beschluss sei auf ausdrücklichen Wunsch von Alfred Gislason gefasst worden. „Er verspricht sich davon mehr Ruhepausen für die Nationalspieler.“

Wegen der langen Corona-Pause ist der ohnehin vollgestopfte Terminkalender in der kommenden Spielzeit noch voller. Nach dem Saisonabbruch spielt die Bundesliga in der kommenden Saison mit 20 statt 18 Mannschaften. Unter anderem steht im Winter die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten an, zudem finden weitere verlegte internationale Wettbewerbe und Qualifikationen zwischen den Ligaterminen statt.

Zudem haben sich die Klubs in Köln für eine Austragung des DHB-Pokals 2020/21 ausgesprochen – allerdings in einer abgespeckten Version. Wegen Corona soll lediglich das Finalturnier am 5./6. Juni 2021 in Hamburg stattfinden. Für einen endgültigen Beschluss muss der Deutsche Handballbund (DHB) noch zustimmen. Das bedeutet, dass somit erstmals zwei Pokalsieger in einer Spielzeit gekürt werden. Das Final-Four um den DHB-Pokal 2020 war wegen der Coronakrise auf Ende Februar 2021 verlegt worden. Rekordmeister THW Kiel und der TBV Lemgo sowie Hannover-Burgdorf und Melsungen kämpfen dann in Hamburg um den Titel.

Eine Regelung für die Qualifikation der vier Teams für das Finalturnier 2020/21 existiert noch nicht, da es Diskussionen um den Modus gegeben hatte. „Wir legen diese Kriterien bis Saisonbeginn fest. Wir können ausschließen, dass es dafür weitere Spieltermine geben wird“, sagte Bohmann. Denkbar sei ein Szenario, nach dem sich die vier  besten Teams nach der Bundesliga-Hinrunde automatisch für die Halbfinals des Pokals qualifizieren. 

Dieser Beschlussteil fand eher nicht die Zustimmung von Füchse-Manager Hanning. „Ich wäre für nur ein DHB-Pokal-Finale 2021 gewesen“, sagt er. „Je weniger Belastung für die Spieler, desto besser. In Richtung Olympische Spiele gedacht, finde ich die Austragung eines Pokalfinales im Juni sehr ambitioniert.“

Die Bundesliga-Saison soll planmäßig am 1. Oktober beginnen – im Idealfall mit Zuschauern, denn anders als im Fußball sind die Handballer auf die Einnahmen aus dem Ticketverkauf angewiesen. Deshalb hat die HBL in den vergangenen Wochen mit der Deutschen Eishockey Liga und der Basketball-Bundesliga ein Generalkonzept mit Zuschauern erstellt, das dem Bundesgesundheitsministerium vorliegt. „Fest steht, dass wir keine Stehplätze zulassen können“, hatte Bohmann betont. Auch Auswärtsfans könne die Liga nicht gestatten. Standardisierte Lüftungssysteme, sichere Zu- und Abwege-Regelungen für die Besucher sowie der Infektionsschutz für Spieler und Zuschauer sind nur einige Themen. 

Auch Hanning und sein Team beschäftigen sich derzeit bei den Füchsen damit, „wie man die Menschen wieder in die Hallen hereinlassen kann. Wir wollen mit Zuschauern spielen, wir wollen auch die VIPs dabeihaben. Das ist das Hauptziel“, sagt Berlins Manager. Deshalb denkt er an ein Saisoneröffnungsspiel beim VfL Potsdam. Es soll ein Test für die Mannschaft werden, die am 17. Juli mit ihrem neuen Trainer Jaron Siewert die Vorbereitung beginnt. Gleichzeitig soll die Partie in Potsdam ein Test für das Sicherheits- und Hygienekonzept werden, „eine Gelegenheit, bei der wir sehen können, wie die Abläufe in so einem Konzept am besten funktionieren“, sagt Hanning.