Ruwen Werthmüller sorgte für die frühe Führung der Hertha-Amateure gegen den BFC Dynamo.
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BerlinEigentlich hatten sie beim 1. FC Lok Leipzig gehofft, dass die Nachwirkungen des verpassten Aufstiegs in die Dritte Liga zum Saisonstart verarbeitet sind. Doch am zweiten Spieltag der Regionalliga Nordost fühlte man sich stark erinnert an das erste Relegationsspiel gegen den SC Verl. Ähnlich wie am 25. Juni, als Torwart Fabian Guderitz in Spiel eins den Ball ungeschickt zum 2:2 kurz vor Schluss ins eigene Tor bugsierte, sorgte der Schlussmann beim 2:1 gegen den Berliner AK für einen Slapstick-Moment. Der aber folgenlos blieb.

Diesmal unterlief dem 21 Jahre alten Jannes Tasche der Fauxpas. In der 41. Minute flankte Berlins Lukas Lämmel, der in der Jugend des 1. FC Union ausgebildet wurde, in den Leipziger Strafraum. Der Ball landete am Pfosten, prallte von dort gegen den Körper des Torwarts und rutschte schließlich über die Linie. Und das, nachdem die Gäste aus Berlin-Moabit kurz zuvor Kapitän Shawn Kauter nach einer Gelb-Roten Karte verloren hatten. In der zweiten Halbzeit allerdings drehte Lok in Überzahl das Spiel durch einen Doppelpack von Djamal Ziane (54./63.), der kurz vor dem Abpfiff ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Lok Leipzig steckt noch im Umbruch

Allmählich hat es dennoch den Anschein, dass die Probstheidaer in der neuen Saison angekommen sind. Nach dem verpassten Aufstieg konnten nur wenige Spieler gehalten werden, Trainer und Sportdirektor Wolfgang Wolf verließ den Verein. Die Niederlage im Halbfinale des Sachsenpokals vor zwei Wochen gegen Oberligist FC Eilenburg offenbarte die aktuelle Not.

In der Tabelle Regionalliga Nordost haben die Sachsen die kritischen Plätze nun erst mal verlassen. Am Schluss rangiert aktuell der FC Energie Cottbus, der mit 0:2 beim ZFC Meuselwitz unterlegen war. Bis 2022 wollen die Lausitzer Strukturen schaffen, um im Profifußball zu spielen. Nach der Auftaktpleite bei Lichtenberg 47 und der Niederlage jetzt wird es zunächst mal darum gehen, Schlimmeres zu verhindern.

Ähnlich durchwachsen sieht die Bilanz beim BFC Dynamo aus. Nach zwei Spieltagen stehen auch die Hohenschönhausener noch ohne Punkt da. Am Sonntag unterlag das Team von Christian Benbennek im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark den Amateuren von Hertha BSC mit 1:2.

Bereits in der 1. Minute lagen die Gastgeber hinten, nachdem Torwart Kevin Sommer den Ball außerhalb des Strafraums verloren hatte und Ruwen Werthmüller ins leere Tor einschieben konnte. Nur sieben Minuten später glich Chris Reher durch einen Kopfball zunächst aus. Für die Entscheidung sorgte der Nachwuchs der ehemaligen Hertha-Cheftrainer. Nach Vorlage von Maurice Covic schoss Palko Dardai sein zweites Saisontor. Womit die Westberliner punktgleich mit Tabellenführer Chemie Leipzig auf Platz drei stehen.