Viktoria 89, BAK, BFC und weitere Ostklubs fordern neue Aufstiegsregel

Mehrere Vereine haben beim Nordostdeutschen Fußballverband einen Antrag eingereicht, der mittelfristig zu einer Reform des Drittliga-Aufstiegs führen soll.

Während dem BFC Dynamo um Amar Suljic (M.) gegen TeBe der erste Heimsieg der Saison gelang, solidarisiert sich der Verein mit etlichen weiteren Klubs, die per Antrag beim NOFV eine neue Aufstiegsregelung herbeiführen wollen.
Während dem BFC Dynamo um Amar Suljic (M.) gegen TeBe der erste Heimsieg der Saison gelang, solidarisiert sich der Verein mit etlichen weiteren Klubs, die per Antrag beim NOFV eine neue Aufstiegsregelung herbeiführen wollen.Patrick Skrzipek

Unterschiedliche Themen bewegen die Fußballklubs der Regionalliga Nordost gerade. Bei Babelsberg 03 war die Bestürzung über den Überfall auf drei Fanbusse auf dem Rückweg vom 2:0-Auswärtssieg in Greifswald groß. Wie der Tabellenzweite vermeldet, bewarfen vermummte Täter die Babelsberger Fans und Reisebusse mit Steinen und Flaschen „und schlugen auf unsere Nulldreier ein, einige erlitten dabei Verletzungen. Alle drei Reisebusse wurden schwer beschädigt.“

Beim Tabellenführer Berliner AK freute man sich hingegen über den siebten Saisonsieg im achten Spiel, in dem Ben Meyer das 1:0 gegen Luckenwalde sichergestellt hatte. Der FC Viktoria atmete nach dem 1:0 in Halberstadt durch ein Tor von Batikan Yilmaz auf, weil er sich etwas Luft zu den Abstiegsrängen verschaffte. Und der BFC Dynamo genoss nach dem 4:1 gegen Tennis Borussia das Gefühl des ersten Heimsieges. 

Einberufung eines Außerordentlichen DFB-Bundestags gefordert

Ein anderes Thema eint diese Vereine mit Carl Zeiss Jena, Rot-Weiß Erfurt oder Energie Cottbus – seit Jahren: der Protest gegen die aktuelle Regelung zum Aufstieg in die Dritte Liga. Jetzt reichten sie einen Sammelantrag beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) ein, die Aufstiegsregelung zu kippen. Sie fordern den Regionalverband auf, sich für die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestags des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einzusetzen. Dort soll das Aufstiegsprozedere neu verhandelt werden.

Dass die Meister aus den Regionalligen West und Südwest direkt aufsteigen, die anderen Meister nur alle drei Jahre oder anhand von Relegationsspielen, ist ungerecht, finden die Klubs. Sie argumentieren mit der DFB-Satzung, in der steht: der Dachverband „handelt in sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung und fühlt sich in hohem Maße dem Gedanken des Fair Play verbunden“.

„Fair Play geht für uns einher mit Gleichbehandlung. Der sportliche Wettkampf sowie der finanzielle Aufwand sind in allen Regionalligen gleich herausfordernd. Wir wünschen uns daher schnellstmöglich eine gerechte Lösung nach dem Grundsatz ‚Meister müssen aufsteigen‘“, sagt Viktoria-Manager Peer Jaekel. Der Wirtschaftsratsvorsitzende des BFC Dynamo, Peter Meyer, betont: „Unser Standpunkt ist seit Jahren unverändert. Wir erneuern lediglich unsere Forderung ‚Meister müssen aufsteigen!‘“ BAK-Präsident Ebubekir Han ergänzt: „Ob zweigleisige Ligen oder eine Erhöhung der Ligenstärke wie in England. Wir müssen uns damit intensiv auseinandersetzen und zur neuen Saison eine Lösung finden.“ NOFV-Präsident Hermann Winkler prüft den Antrag.