Berlin - Der Baron Pierre de Coubertin betrachtete Sport als exklusive Angelegenheit von Männern. „Die Frau ist eine Gefährtin des Mannes und die zukünftige Mutter der Familie“, sagte der Gründer der modernen Olympischen Spiele. „Ihre Hauptaufgabe sollte darin bestehen, die Sieger zu krönen.“ Diese Haltung war an der Schwelle zum 20. Jahrhundert verbreitet: Sport von Frauen sei unästhetisch und könne ihre Gebärfähigkeit beeinträchtigen.

Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen blieben für Frauen geschlossen. Bei den folgenden vier Spielen bis 1912 wurden einige olympische Sportarten für wenige Frauen geöffnet, etwa Golf, Tennis und Bogenschießen. „Verheiratete Frauen, die sich körperlich verausgaben und sogar schwitzen? Das war für viele Männer undenkbar. Also blieb der Zugang zur Kernsportart Leichtathletik versperrt“, sagt die Sportsoziologin Petra Tzschoppe von der Universität Leipzig. „Aber einige Frauen lehnten sich gegen diese strengen Regeln auf.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.