Berlin - In der Debatte um kurzfristige Absagen hat Berlins Turnierdirektorin Barbara Rittner mehr Eigenverantwortung von Tennisprofis angemahnt. „Was mir ein bisschen fehlt, dass man versucht, den Spielerinnen und dem Management ein größeres Bewusstsein dafür einzutrichtern, was dahinter steckt“, sagte Rittner am Sonntag zum Abschluss des Damen-Rasen-Turniers in Berlin. Ein Strafsystem für Absagen lehnte die deutsche Damen-Bundestrainerin jedoch ab.

Als aktive Spielerin habe sie versucht, nur für die Turniere zu melden, wo sie auch wirklich spielen wollte. „Das fehlt mir manchmal bei den absoluten Topleuten oder dem Management, dass sie da sehr, sehr egoistisch verfahren. Das passiert nur, weil sie kein Bewusstsein haben, wie viel Arbeit in so einem Event steckt.“ Dies sei auch die Verantwortung der Damen-Profiorganisation WTA.

Für das Event in der Vorbereitung auf Wimbledon hatten mehrere Topspielerinnen kurzfristig abgesagt. Unter anderen trat auch die Weltranglistenerste Iga Swiatek nicht an, die polnische French-Open-Siegerin gab Schulterprobleme für ihren Rückzug an. „Das passiert nach so einem langen Turnier, da haben wir keinen Einfluss drauf“, sagte Rittner.

Es gebe seit Jahren Gespräche zu dieser Thematik mit der WTA und dem Herren-Pendant ATP, sagte Vermarkter Edwin Weindorfer. „Verletzungen kann es immer geben, das ist auch zu respektieren“, betonte der Österreicher. Es gehe aber darum, ein „transparenteres System“ einzuführen. „Wenn ich zu meinem Hausarzt gehe und sage: Heute juckt mich die Schulter. Wer kann das verifizieren?“ Er hoffe auf einen Start von Swiatek in Berlin im kommenden Jahr.