Es gibt da diese eine Geschichte, die Robert Andrich und Maximilian Arnold wohl auf ewig verbindet. „Fragen Sie Rob mal, was damals in Israel passiert ist“, sagt Arnold. Am Sonntag (15.30 Uhr) spielen sie in Wolfsburg erstmals im Profigeschäft gegeneinander: Andrich aufseiten des 1. FC Union, Arnold beim VfL Wolfsburg. „Israel“, sagt Andrich – und ringt nach den richtigen Worten. Der sonst nicht so verlegene Kicker denkt eine Weile nach und legt dann los. Es sei eine kuriose Geschichte, mit der man sich Legendenstatus erarbeitet habe.

Andrich und Arnold im Doppelzimmer

Und die geht so: Vor acht Jahren waren die beiden heute 25-Jährigen mit der deutschen U18-Nationalmannschaft auf einem Länderturnier in Israel. „Drei Tage vorher“, blickt Andrich zurück, „haben wir uns in Frankfurt getroffen. Maxi Arnold und Martin Kobylanski (jetzt Braunschweig; Anm. d. Red.) hatten ein Doppelzimmer. Ich war mit einem anderen Kollegen auf dem Zimmer. Wir wollten aber zu dritt sein und die Nacht zusammen verbringen. Also haben wir die Matratze über die Feuerleiter vom einen zum anderen Stock getragen. Das hatte keiner mitbekommen – dachten wir zumindest."

Andrich erzählt weiter: Also haben wir später in Tel Aviv das gleiche gemacht.“ Freilich hatte der damalige Trainer, Christian Ziege, Wind von der Aktion bekommen und die Chaoten in der Ansprache vor einem Spiel gegen Japan zurechtgewiesen. „Bis heute verbindet uns diese Geschichte. Auf jedem weiteren Lehrgang hat Ziege davon erzählt“, sagt Andrich.

Zwischen 2011 und 2014 spielten Andrich und Arnold von der U18 bis U20-Auswahl zusammen, machten elf Spiele. „Wir haben bei der Nationalmannschaft jede Sekunde miteinander verbracht“, sagt Andrich. „Wir ähneln uns schon sehr, sind auf dem Platz eklige und unangenehme Gegenspieler.“ Arnold bezeichnet Andrich als seinen Freund, „weil wir die gleichen Werte tragen. Er nimmt sich selbst nicht zu wichtig und kann über sich lachen. Das mag ich.“

Am Sonntag sind sie Gegenspieler Arnold, der wie Andrich im zentralen Mittelfeld agiert und beim VfL längst zum Führungsspieler gereift ist, lobt die Entwicklung seines Kumpels in höchsten Tönen: „Wenn man sieht, wo Robert jetzt ist, ist das schon krass. Er ist einen ungewöhnlichen Weg gegangen, aus der Dritten Liga von Wiesbaden, in die Zweite zu Heidenheim und jetzt nach Berlin in die Erste Liga. Hut ab! Ich habe ihm das aber zugetraut, weil Robert ein sehr giftiger und laufstarker Spieler ist, der auch die Läufe in die Tiefe macht und zudem ein gutes Passspiel hat. Er ist ja nicht der Kleinste und dadurch auch noch kopfballstark. Er hat eine breite Palette.“