Es ist längst wissenschaftlich bewiesen, dass ein enger Zusammenhang zwischen der richtigen Ernährung und dem Heilungsprozess oder der Vorbeugung von Verletzungen besteht. Nach Blessuren kommt es im Körper meist zu einer Entzündung, die durch eine ungesunde Ernährungsweise verstärkt werden kann. Einen Beweis liefert Robert Andrich. Der 24 Jahre alte Profifußballer des 1. FC Union musste zuletzt vor zweieinhalb Jahren ein Pflichtspiel aussetzen, damals noch für Wehen Wiesbaden. Insgesamt setzte der Offensivakteur, seit 2013 Berufsfußballer, erst siebenmal verletzt aus.

Robert Andrich: "Habe mich reingekämpft"

Andrich sieht einen engen Zusammenhang zwischen bewusster Ernährung und der Entspannung von Muskeln. Damit, sagt der Unioner und schaut auf den Erdbeer-Smoothie, den er nach einer schweißtreibenden Trainingseinheit in seiner linken Hand hält, könne er sicher noch ein paar Prozente rausholen. Seit der 1,87 Meter große Fußballer in der Bundesliga spielt, beschäftigt er sich intensiver mit dem Thema Ernährung. „Ich bin kein Freak auf diesem Gebiet“, sagt er und nuckelt am Strohhalm des Vitaminsafts, „ich glaube aber schon, dass die Ernährung Einfluss auf die Regeneration hat und die Entspannung der Muskeln beschleunigt.“

Andrich ist einer der wenigen erfrischenden Typen im geschliffenen Bundesliga-Geschäft, die kaum ein Blatt vor den Mund nehmen. Sagen, was ist – das könnte das Motto des gebürtigen Potsdamers sein, der über Dynamo Dresden, Wiesbaden und dem 1. FC Heidenheim wieder in Berlin gelandet ist.

 „Ich bin schon hierhergekommen, um zu zeigen, was ich kann“, antwortet der frühere Jugendspieler von Hertha BSC auf die Frage, ob er überrascht sei, bisher in allen drei Ligaspielen über je 90 Minuten auf der Position des zentralen Mittelfeldspielers auf dem Platz gestanden zu haben.

Für Andrich ist – wie für so viele seiner Teamkollegen – die Bundesliga nämlich Neuland. 80 Drittligaeinsätze (acht Tore) und 25 Zweitligaspiele (vier Tore) standen vor der Saison in seiner Vita. „Ich habe mich reingekämpft und alle Spiele gemacht“, erzählt der extrovertierte Kicker, der von sich sagt, selbstbewusst zu sein. „Ich vertraue schon auf meine Stärken, aber dass es so gut läuft, hätte ich natürlich auch nicht gedacht.“

Bislang habe er mit dem Wechsel aus Heidenheim nach Köpenick, der im Sommer für eine Ablöse von rund 1,1 Millionen Euro eingefädelt wurde, „alles richtig gemacht“. Und auch die Eisernen freut es, schließlich stellt der 24-Jährige eine Bereicherung für das Union-Spiel dar. Andrich scheut keinen Zweikampf, geht, wie er sagt, „unheimlich viele Wege“, spielt mannschaftsdienlich – nur torgefährlicher müsse er werden.

Das sieht sicher auch sein bekannter Onkel Frieder so, der lange DDR-Oberligaspieler und später Trainer bei Vorwärts Frankfurt und dem EFC Stahl war. Vor allem aber Vater Lutz ist Andrichs ärgster Kritiker. Zu dessen Ehren hat sich der Sohn das Geburtsjahr 1955 auf den linken Arm tätowieren lassen.

Papa Andrich ist stolz

„Er ist schon immer mein Begleiter und hat früher sehr viel Zeit investiert. Papa ist einfach stolz, dass sein Sohn jetzt in der Bundesliga spielt.“ Der Vater schaut sich die Spiele seines Sohnes „immer zwei Mal in der Wiederholung an und legt dann los“, sagt Andrich Junior mit einem Lächeln.

Auch zu Berater Sören Seidel, 46, einst selbst Bundesligaprofi für Werder, Hannover und Duisburg, hat er einen engen Draht, tauscht sich regelmäßig aus. 1999 holte Seidel mit Werder Bremen, dem nächsten Gegner der Unioner, den DFB-Pokal. Was ihm sein Agent für Sonnabend (15.30 Uhr) mit auf den Weg gegeben hat? „Er wohnt in Bremen und hat eine Bindung zu Werder, aber er drückt natürlich in erster Linie mir die Daumen.“

Mit 35,29 Kilometern ist Andrich übrigens lauffreudigster Unioner. Im Schnitt lief er 11,76 Kilometer pro Partie. Er sagt: „Wir haben gegen Leipzig Lehrgeld gezahlt, gegen Augsburg eine unfassbare Teamleistung hingelegt und gegen Dortmund das i-Tüpfelchen – und jetzt geht es gegen Bremen wieder bei null los.

Sie sind nicht so gut gestartet, haben aber eine riesengroße Qualität. Werder ist ein harter Brocken. Wir werden aber alles dafür tun, um gegen sie zu punkten.“ Dafür soll auch Robert Andrich wieder sorgen.