Endlich ist es soweit: Es gibt ihn! Den ersten offen schwulen aktiven Profifußballer! Seit Jahren wurde er verzweifelt gesucht, mal hier, mal da vermutet, aber fündig wurde man höchstens bei Leuten, die ihre Karriere schon beendet hatten. Zum Beispiel bei Robbie Rogers, dem Nationalspieler der USA, der sich im Februar outete und gleichzeitig seinen Rücktritt erklärte.

Dankenswerterweise überlegte es sich der 26-Jährige dann doch anders, unterschrieb bei David Beckhams Ex-Club Los Angeles Galaxy, dem Meister der Major League Soccer (MLS), und wurde am Sonntag beim 4:0 gegen die Seattle Sounders in der 77. Minute eingewechselt. Ein homosexueller Fußballprofi, das geht nicht, hatte es stets geheißen, zu machohaft sei dieses Milieu, zu intolerant das Publikum.

Geht aber doch! Zumindest in den USA. Die 24.811 Zuschauer im kalifornischen Carson begrüßten Rogers mit einer stehenden Ovation. „Wir leben im Jahr 2013, es ist egal, wer, wie oder was du bist“, sagte Teamkollege Robbie Keane. „Alles vollkommen normal“, stellte Rogers zufrieden fest und äußerte einen Wunsch: „Ich möchte behandelt werden wie alle anderen auch.“ Klingt erfüllbar.