Der ehemalige Wolfsburger Robin Knoche soll beim 1. FC Union auf dem Zettel stehen.
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BerlinVergangene Saison bewies Oliver Ruhnert ein glückliches Händchen. Für das erste eiserne Bundesliga-Jahr verpflichtete der Manager des 1. FC Union mehr als ein Dutzend Spieler. Viele von ihnen schlugen ein, entwickelten sich wie Marius Bülter oder Robert Andrich zu Stützen. Nun tüftelt Ruhnert an einem schlagfertigen Kader, um die erneute Mission Klassenerhalt zu meistern. Nach zwei ablösefreien Zugängen, Niko Gießelmann kommt von Absteiger Fortuna Düsseldorf, Sebastian Griesbeck von Nicht-Aufsteiger Heidenheim, sollen die Eisernen laut Bild-Zeitung ein Auge auf Robin Knoche geworfen haben.

Eigentlich wäre der 28 Jahre Innenverteidiger eine Nummer zu groß für Union. Knoches Marktwert wird auf sechseinhalb Millionen Euro taxiert. Doch weil er sich nach 15 Jahren in Wolfsburg nicht mit dem VfL auf einen neuen Vertrag einigen konnte, ist er ablösefrei. Die Verwunderung war groß, weil der ehemalige U21-Nationalspieler über unbestrittene Qualitäten verfügt. Mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke und seiner Übersicht beim Spielaufbau half Knoche den Wölfen vergangene Spielzeit in 26 Startelfeinsätzen zu Platz sieben.

Bei den Eisernen könnte Knoche die Lücke in der Abwehr schließen, die Stammspieler Keven Schlotterbeck hinterlassen hat, der nach dem Ende seiner Leihe zum SC Freiburg zurückkehrte. Durch das Karriereende von Michael Parensen stehen Trainer Urs Fischer mit Marvin Friedrich, Florian Hübner und Neven Subotić nur drei zentrale Abwehrspieler zur Verfügung. Knoche könnte als vierter dabei helfen, die Defensive zu stabilisieren.

Sollte der heimatverbundene Braunschweiger den kurzen Sprung aus Niedersachsen nach Berlin wagen, dürfte das vor allem Subotić ins Grübeln bringen. Der ehemalige BVB-Star – in der Hinrunde unumstrittener Stammspieler – scheint bei Union auch nach einem Jahr noch nicht so richtig angekommen zu sein. Seinen Stammplatz verlor der 31-Jährige an Schlotterbeck, der nach dem Corona-Neustart an der Seite von Friedrich unter Fischer gesetzt war. Sollte sich Subotić trotz seines bis 2021 laufenden Vertrags zu einem Wechsel entscheiden, könnte der zweifache Deutsche Meister Union sogar eine Ablöse bescheren und Ruhnerts Handlungsspielraum vergrößern.