Francisco de Lima, besser bekannt als Rodnei, machte zuletzt vor über vier Wochen wieder einmal republikweit auf sich aufmerksam. Beim Spiel seiner Mannschaft, des 1. FC Kaiserslautern, auf Schalke flog er nach einer Stunde mit einer Roten Karte vom Platz. Der 26-jährige Innenverteidiger, stattliche 1,90 Meter groß und ebenso stattliche 90 Kilo schwer, hatte den Schalker José Manuel Jurado am Trikot gezerrt. Ein Delikt, das nicht sonderlich schwer wog und nur mit einem Spiel Sperre bestraft wurde. Seitdem aber sitzt der Brasilianer aus São Paulo, der längst zur Stammelf gehörte und einer der Protagonisten der Aufsteigermannschaft 2010 war, nur auf der Reservebank.

Die Chancen, dass Rodnei am Sonnabend, wenn Hertha BSC auf dem Betzenberg antreten muss (15.30 Uhr), wieder in die Abwehrformation des FCK rückt, seien allerdings groß, war nun aus Kaiserslautern zu erfahren. Dann würde der ungeheuer wuchtige Athlet zum ersten Mal auf seinen ehemaligen Klub treffen, denn Rodnei gab einst 2008 und 2009 ein Intermezzo bei Hertha BSC, seiner ersten Station in der Bundesliga. Wenn Rodnei, der in seiner kurzen Zeit in Berlin vor allem mit unorthodoxem Abwehrverhalten in Erinnerung geblieben ist, in der Pfalz für überregionale Schlagzeilen sorgte, dann waren meist unglückliche Aktionen und zahlreiche Strafstöße im Spiel. Als der FC Bayern Ende August mit 3:0 auf dem Betzenberg siegte, tat Rodnei unbewusst etwas für die Historie. Er verursachte gleich zwei Elfmeter, die zu Münchner Treffern führten. Solch ein Fauxpas war zuvor drei Jahre lang keinem Profi in der Ersten Liga unterlaufen. „Diese Elfer waren damals grenzwertig“, verteidigt Marco Kurz, der Trainer des 1. FC Kaiserslautern, seinen Profi noch im Nachhinein.

„Die Wucht ist eine Stärke von Rodnei“

Kurz sagt auf die Frage, ob das Kraftpaket Rodnei zu risikoreich agiere und oft zu ungestüm: „Nein. Man muss und kann einen Spieler nur im Rahmen seines Charakters formen. Die Wucht ist eine Stärke von Rodnei, die er aber manchmal sicher noch genauer steuern muss.“ Rodnei habe, so Kurz, „ideale Voraussetzungen für einen modernen Innenverteidiger. Er ist dynamisch, schnell und technisch gut.“ Schwankungen in seinem Spiel habe Rodnei im Griff. „Manchmal fehlende Konzentration ist ihm bewusst und er arbeitet dran.“

Der Brasilianer brachte nach dem Weggang aus seiner Heimat kuriose Stationen hinter sich, ehe er sich in Deutschland nach zahlreichen Rückschlägen fußballerisch durchsetzen konnte.