Berlin - Sofia, die Tochter von Roman Abramowitsch, scheint eine unerschrockene Frau zu sein. Die 27-Jährige, die überwiegend in London lebt, postete auf Instagram ein rundes Warnschild mit einem durchgestrichenen Foto von Russlands Aggressor Wladimir Putin. Dazu schrieb sie: „Die größte und erfolgreichste Lüge der Kreml-Propaganda ist die Aussage, dass die meisten Russen hinter Putin stehen.“

Allerdings wird ihrem milliardenschweren Vater nachgesagt, dem Kreml verbunden zu sein. Was Roman Abramowitsch abstreitet. Dennoch steht sein Name auf einer Liste des in einem Straflager internierten Putin-Kritikers Alexej Nawalny. Diese Liste umfasst die Namen von 35 Oligarchen, die Nawalny als „Schlüsselfiguren von Putins kleptokratischem System“ bezeichnet.

Fürsorge für FC Chelsea an Treuhänder übergeben

Da im britischen Parlament intensiv über Sanktionen gegen die im Vereinigten Königreich lebenden Oligarchen diskutiert wurde, hat Abramowitsch die Flucht nach vorn angetreten. „Ich habe Treuhändern der wohltätigen Stiftung von Chelsea die Verantwortung und Fürsorge für den FC Chelsea übertragen“, teilte der 55-Jährige am Samstag in einer Erklärung auf der Homepage des Klub-Weltmeisters mit.

Das ist eine Zäsur, eine gewaltige für den FC Chelsea, den Abramowitsch 2003 als Klubeigner für 210 Millionen Euro übernahm und in den er seither knapp zwei Milliarden Euro investiert hat. Offen bleibt, ob Abramowitsch sich dauerhaft oder nur vorübergehend aus dem operativen Geschäft der Blues zurückzieht, oder plant, den FC Chelsea zu verkaufen. Er habe sich stets „als Beschützer des Klubs“ gesehen und „Entscheidungen immer im besten Interesse des Klubs getroffen. Diesen Werten bleibe ich verpflichtet“, ließ der Mann wissen, der die russische, portugiesische und israelische Staatsbürgerschaft besitzt.