Ronaldinho, Ex-Fußballstar und Bolsonaro-Fan.
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AsuncionZu aktiven Zeiten galt er als der vielleicht Größte seiner Zunft: Gleich zweimal war Ronaldinho Gaucho Weltfußballer des Jahres, mit der Selecao wurde er 2002 Weltmeister und beim FC Barcelona zum Weltstar. Der inzwischen 39 Jahre alte Brasilianer war in der ersten Dekade des Jahrtausends das, was heute Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo sind: Der unumstrittene Herrscher auf dem Platz.

Doch seit dem Ende der Karriere weiß Ronaldinho offenbar nicht so recht, was er mit dem Leben anfangen soll. Nun ist er in Paraguay bei der Einreise mit gefälschten Dokumenten festgenommen worden. Sein eigentlicher Name, Ronaldo de Assis Moreira, soll darin korrekt angegeben gewesen sein. Doch der Brasilianer gab sich als paraguayischer Staatsbürger aus. Nun droht ihm ein Gerichtsverfahren.

Unterstützer von Bolsonaro

Es ist nicht das erste Mal, dass Ronaldinho mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Weil er in Brasilien eine Strafe wegen eines Umweltvergehens nicht zahlte, wurde ihm vorübergehend der Reisepass abgenommen. Das könnte der Grund für die gefälschten Papiere gewesen sein.

Die Geschichte hat allerdings auch eine politische Note. Denn im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf 2018 hatte Ronaldinho den rechtspopulistischen Law-and-Order-Mann Jair Bolsonaro unterstützt, der das Land seit über einem Jahr regiert. Dass der Fußball-Promi nun zum wiederholten Mal bei illegalem Treiben erwischt wurde, ist für das Bolsonaro-Lager äußerst unangenehm.

Ronaldinho-Statue niedergebrannt

Vom Sockel gestürzt wird Ronaldinho, der zu aktiven Zeiten unter anderem für Paris St. Germain, Barcelona und den AC Mailand spielte, nicht zum ersten Mal. Im WM-Jahr 2006, als Deutschland im Sommermärchen schwelgte, stellte die Künstlerin Kattielly Lanzini in der südbrasilianischen Gemeinde Chapecó eine acht Meter hohe Ronaldinho-Statue aus Pappmaché auf. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden der brasilianischen Nationalmannschaft im Viertelfinale brannten wütende Fußballfans die Statue nieder.