Route du Rhum: Weltumsegler Herrmann erwartet „Hölle“

Mit neuem Boot und einer Flasche Rum startet Weltumsegler Boris Herrmann in seine zweite Route du Rhum. Gleich zum Start des Transatlantik-Klassikers am 6. N...

ARCHIV - Startet bei der Route du Rhum eine Solo-Testfahrt über den Atlantik: Boris Herrmann.
ARCHIV - Startet bei der Route du Rhum eine Solo-Testfahrt über den Atlantik: Boris Herrmann.Axel Heimken/dpa

Saint Malo-Mit neuem Boot und einer Flasche Rum startet Weltumsegler Boris Herrmann in seine zweite Route du Rhum. Gleich zum Start des Transatlantik-Klassikers am 6. November vor der bretonischen Hafenstadt Saint Malo mit einer Million Zuschauern müssen er und die anderen 137 Solosegler mit stürmischen Winden rechnen.  

„Uns erwarten voraussichtlich drei starke Stürme, die wir auf dem Kurs nach Westen bewältigen müssen“, sagte der 41 Jahre alte Hamburger bei einer Online-Pressekonferenz.  

Erstmals seit seinem Vendée-Globe-Finale am 28. Januar 2021 ist er wieder alleine im Einsatz. Die alle vier Jahre stattfindende Route du Rhum von Saint Malo nach Guadeloupe ist für Herrmann und seine neue „Malizia – Seaexplorer“ eine 3540 Seemeilen lange Testfahrt unter härtesten Regatta-Bedingungen. „Man muss sehen, wie man mit dem Seegang klarkommt, wenn das Schiff anfängt, auf seinen Foils abzuheben und dann aus mehreren Metern Höhe wieder runterkracht“, sagte Herrmann.

Eine Flasche Rum hat er traditionell dabei

Vor vier Monaten hatte der Neubau, mit dem Herrmann bei der Vendée Globe 2024/2025 starten will, seinen Stapellauf erlebt. Erst etwa 30 Segeltage hat das Boot nun hinter sich. Die Platzierung bei dem Rennen über den Atlantik ist daher für Herrmann zweitrangig: „Ziele sind die Weiterentwicklung des Bootes und das Ankommen.“

Herrmann rechnet mit einer Renndauer von elf bis zwölf Tagen. Eine Flasche Rum hat er traditionell dabei. Die gab es als Glücksbringer-Geschenk von seiner Lieblings-Crêperie „Boo't a Boo“ in Larmor Plage, einem kleinen Ort in der Bretagne. Herrmanns Hoffnung: „Wenn ich mich eine Woche durch die Hölle gekämpft habe, Muskelkater, Schmerzen und Schlafentzug langsam weichen und vielleicht etwas tropische Stimmung an Bord aufkommt, dann kann ich mich mit dem Rum einen Moment daran erinnern, dass es noch ein Leben außerhalb des Überlebenskampfes gibt.“