Berlin - Sechseinhalb Minuten waren im zweiten Halbfinale der BBL-Playoffs zwischen Alba Berlin und Ratiopharm Ulm noch zu spielen, als Alba-Forward Simone Fontecchio seine Freude über einen trotz Foul artistisch verwandelten Korbleger herausbrüllte. In den vergangenen siebeneinhalb Monaten hätte man Fontecchios Freudenschrei jetzt laut durchs weite Rund der Arena am Ostbahnhof schallen hören. Am Dienstag ließ er sich nur erahnen. Schuld hieran waren die 1000 Alba-Fans, die sich von den Rängen laut jubelnd und klatschend mit Fontecchio freuten und wenig später auch den 92:78-Sieg ihres Teams feiern konnten.

Fans von Alba Berlin in zwei Schlangen vor der Halle

Bereits eine Stunde vor Spielbeginn hatten Albas Fans in zwei Schlangen vor der Arena gewartet – in ihren gelben und blauen Trikots und dank eines Parkours aus grauen Absperrzäunchen stets mit genug Abstand. Schon kurz darauf wurde dann erstmals deutlich, wie froh alle Beteiligten waren, dass die Fans nicht nur zurück vor, sondern auch in der Halle sind. Schon der Applaus beim Einlauf zum finalen Warm-Up vor dem wichtigen Spiel zwei sorgte bei Fans wie Spielern gleichermaßen für glückliche Gesichter.

Im Anschluss zeigte sich die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses – der hatte da bereits gleich mehrfach in Richtung der Rückkehrer gewunken – regelrecht beflügelt. Ben Lammers bescherte Albas Fans gleich im ersten Angriff per Dunk einen Grund zum Jubeln. Und auch als Niels Giffey sowie Simone Fontecchio per Dreier auf 8:0 für Alba erhöhten, machte sich bemerkbar, dass eben 1000 Menschen auf den Rängen saßen, statt des Dutzend der letzten Monate. Davon inspiriert stellte sich Christ Koumadje nach einem And-One kurz zum Ende des ersten Viertels mit ausgebreiteten Armen vor sie und badete in einem Applaus, der natürlich umgehend noch ein bisschen lauter wurde.

Auch sportlich gab es aus Alba-Sicht schnell Grund zur Freude: Von Beginn an verteidigten die Berliner ungemein intensiv und konzentriert. Dazu kam ein ungleich besserer offensiver Rhythmus als noch bei der Niederlage in Spiel eins am Sonntag, gute Ballbewegung und eine wiedergewonnene Treffsicherheit auch aus der Distanz. Ein 11:0-Lauf bescherte Alba schon zur Halbzeit eine 13-Punkte-Führung.

Sikma, Siva, Thiemann, Mattisseck und Olinde fehlen Alba

Nicht so richtig ins Bild passte, dass aus Albas hinter der Bande sitzendem Verletztentrio nach einer Schulterverletzung von Jonas Mattisseck mittlerweile ein Quartett geworden ist. Noch dazu war Peyton Siva mit muskulären Problemen im Oberschenkel zwar im Kader, wurde jedoch nicht eingesetzt.

Beirren ließen dessen Teamkollegen sich davon nicht. Auch in der zweiten Hälfte war Alba offensiv wie defensiv die bessere Mannschaft. So ließen die Berliner anders als noch am Sonntag bis zum Ende nicht nach und hielten ihren Vorsprung so konstant groß.