Berlin - Beim Blick auf die aktuelle sportliche Entwicklung mag die Nachricht verwundern, dass Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic seinen bis 2023 laufenden Vertrag vorzeitig auflöst. „Es ist klar, dass ich 2021, jetzt im Sommer, den Verein verlassen werde“, sagte Bobic in der ARD-Sendung „Sportschau Thema“. Beim 1:2 in Bremen musste die Eintracht die erste Niederlage in diesem Jahr hinnehmen, steht aber nach wie vor auf dem vierten Platz. Die Hessen dürfen sich also berechtigte Hoffnungen machen, kommende Saison in der Champions League anzutreten.

Fredi Bobic sorgte für den Frankfurter Aufschwung

Zumal der sportliche Aufschwung der vergangenen Jahre klar mit Bobic zusammenhängt, der im Oktober seinen 50. Geburtstag feiert. 2016 übernahm er den Posten, in dieser Zeit stand der Klub zweimal im DFB-Pokalfinale, 2018 setzte sich die Eintracht im Olympiastadion sogar gegen den FC Bayern durch. Zweimal qualifizierten sich die Frankfurter zudem für die Europa League und gewannen 2018/2019 deutschlandweit große Sympathien für ihre beherzten Auftritte, die erst im Halbfinale endeten.

Bobic versteht sich selbst als Projektmanager, der sich mit Hingabe einer Aufgabe widmet, aber eben nicht fest Wurzeln schlägt. Nach wie vor wohnt er in einem Frankfurter Hotel, seine Frau Britta lebt zusammen mit den Kindern Celine und Tyra in Berlin, nur wenige Minuten vom Olympiastadion entfernt, wo der ehemalige Nationalstürmer zwischen 2003 und 2005 für die Blau-Weißen auflief.

Die Marktwerte sind explodiert

Seine Sehnsucht nach der Familie, die Berliner Profivergangenheit und seine Mitgliedschaft bei Hertha BSC sind natürlich nicht die ausschlaggebenden Kriterien, weshalb Bobic schon seit einigen Wochen mit den Hauptstädtern in Verbindung gebracht wird. Der ehemalige Geschäftsführer Michael Preetz wurde Ende Januar vor allem wegen einer völlig missglückten Transferpolitik entlassen. Und gerade hier brillierte Bobic in den vergangenen Jahren. Weil er zum einen Spieler verpflichtete, die ein funktionierendes Ensemble bildeten. Zudem sind die Marktwerte einiger Profis regelrecht explodiert. Mit den finanziellen Zuwendungen von Investor Lars Windhorst hätte ein Kaderplaner Bobic die Möglichkeiten, die Vision vom Big-City-Club umzusetzen – als neues reizvolles Projekt.