Der russische Rennfahrer Artyom Severiukhin hat bei der Siegerehrung nach einem Kartrennen den rechten Arm zum faschistischen Gruß gehoben. Das Rennen fand am Sonntag in Portimão in Portugal statt. Der Fahrer hatte zuvor das Rennen bei der European Junior Karting Championship gewonnen. Ein Video des Vorfalls wird auf verschiedenen Kanälen geteilt.

Severiukhin tritt bei der Kartmeisterschaft derzeit unter italienischer Flagge an. Wegen Sanktionen der Weltantidopingagentur gegen Russland ist die Verwendung der russischen Flagge bei den Rennveranstaltungen derzeit untersagt. Bei der Siegerehrung wurde deshalb auch die italienische Nationalhymne gespielt.

Als die Hymne zu spielen beginnt, ist im Video der Siegerehrung zu sehen, wie der Russe den Arm zum faschistischen Gruß hebt. Anschließend bricht der Fahrer in Gelächter aus. Der sogenannte römische Gruß wurde vor allem von den italienischen Faschisten unter Benito Mussolini genutzt. Er ist die italienische Version des Hitlergrußes.

Severiukhin war für das schwedische Team Ward Racing in der OK-Klasse gestartet. Doch das Team gab am Montag nach Bekanntwerden des Internetclips die Trennung von dem Russen bekannt. Der Automobilsportverband FIA hat zudem eine Untersuchung eingeleitet. Ward hatte zuvor mitgeteilt, dass man „zutiefst beschämt sei“ über das Verhalten des Piloten. Das Team spreche sich ausdrücklich gegen die russische Invasion in der Ukraine aus. Man sehe nach dem Vorfall keine Möglichkeit für eine weitere Zusammenarbeit mit Severiukhin und habe die Zusammenarbeit mit ihm daher sofort beendet.

Immerhin hat sich der 15-Jährige mittlerweile in einem Instagram-Video für seine Entgleisung entschuldigt. „Ich möchte mich bei allen entschuldigen, für das was gestern bei der Europäischen Karting Meisterschaft passiert ist", sagte er. Weiter erklärte der Teenager: "Ich unterstütze die Nazis nicht, sie sind für eines der größten Verbrechen der Menschheit verantwortlich.“ Er habe lediglich den Gruß anderer Jungs vor dem Podium erwidern wollen.

Videos und Fotos des Vorfalls haben sowohl in Italien selbst, wie auch in der von Russland überfallenen Ukraine schon zu heftigen Reaktionen geführt. Auch in polnischen Medien wurde schnell eine Disqualifizierung gefordert.