Matt Nagy, das war jener Mann, dessen Gesicht mit offenem Mund und entsetztem Blick riesengroß auf den Fernsehbildschirmen zu sehen war, als die Chicago Bears Anfang Januar im Wild-Card-Game der National Football League (NFL) spektakulär gegen die Philadelphia Eagles verloren hatten. Chefcoach Nagy, die Klubführung, das Team und ganz Chicago waren zuvor fest davon überzeugt gewesen, dass dies ihr Jahr sein würde und sie der Weg bis zum Gewinn des Super Bowl führen könnte. Doch dann prallte der Ball Sekunden vor Schluss beim vermeintlich siegbringenden 43-Yards-Field-Goal von Kicker Cody Parkey erst an die seitliche, dann an die untere Stange, fiel wieder zurück, und Nagy bekam den Mund nicht mehr zu. Die Bears hatten 15:16 verloren und waren ausgeschieden, bevor die Play-offs richtig begonnen hatten.

Cody Parkey wird nicht mehr dabei sein, wenn die Chicago Bears heute im heimischen Soldier Field mit dem Match gegen den Erzrivalen Green Bay Packers die 100. NFL-Saison eröffnen und einen neuen Anlauf zum Super Bowl starten. Der Kicker wurde im März entlassen, obwohl ihm der Klub dennoch die 3,5 Millionen Dollar Gehalt für diese Spielzeit zahlen muss. „Der Schuss fühlte sich eigentlich gut an, er wird schon noch durchfallen, dachte ich, aber dann kam er auf meiner Seite runter“, hatte Parkey kurz nach dem „Double-doink“, wie das Missgeschick umgehend getauft wurde, relativ gutgelaunt in der Today Show erzählt. Das kam schlecht an in Chicago, wo der böse Moment auch jetzt noch tief ins sportliche Gedächtnis der Stadt eingegraben ist.

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