BerlinGeisterspiele sind schrecklich, für die Akteure, für die Fernsehzuschauer, für alle, die den Fußball lieben. Gleichwohl hat der Ausschluss des Stadionpublikums auch dazu geführt, dass die Akteure, die sich aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder aufgrund anderer Merkmale vor rassistischen Übergriffen fürchten mussten, sich zumindest in der Arena etwas sicherer fühlen durften. Doch auch in dieser Blase ist man nicht gänzlich vor diesen Schandtaten gefeit. Wie sich am Dienstagabend beim Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir gezeigt hat.

Verantwortlich für den skandalösen Vorfall war dabei aber nicht etwa ein Trainer oder ein Spieler, sondern ein Schiedsrichter. Sebastian Coltescu heißt der, war als vierter Offizieller im Einsatz und hat dabei, wie nicht nur der Betroffene berichtete, offenbar Basaksehirs Co-Trainer Pierre Achille Webó in seiner Muttersprache als „negru“ bezeichnet, also letztlich als „Schwarzen“ diffamiert. Ein Spielabbruch war die Folge, genauso wie allerlei Entschuldigungen. Wobei die von Coltescu eher wie eine ihm abverlangte klang. In einer solchen Umgebung, erklärte er, könnten Menschen „ihre Gefühle manchmal nicht richtig ausdrücken und können missverstanden werden“. Und er sei doch gar kein Rassist.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.