Klatscht und spuckt bald in die Hände für Hertha BSC: der Argentinier Santiago Ascacibar.
Foto: dpa/Tom Weller

BerlinKurz vor dem Abflug gab es einen Anflug. Von Runderneuerung des Kaders nämlich. Es sich handelte sich ja um nur eine einzige Personalie, mit der Trainer Jürgen Klinsmann und sein Fußball-Bundesligist vor der Reise ins Trainingslager an diesem Donnerstag aufwarteten. Santiago Ascacibar vom Zweitligisten VfB Stuttgart wird wie erwartet das defensive Mittelfeld der Berliner verstärken, und damit er sich zügig zu akklimatisieren kann, wurde er gleich mit nach Florida genommen. Der 22 Jahre alte viermalige Nationalspieler Argentiniens soll dabei helfen, den Klassenverbleib zu sichern.

Wobei das mit dem Akklimatisieren nicht im meteorologischen Sinn zu verstehen ist. Schließlich erwarten Klinsmann und sein Tross mehr als 23 Grad. Akklimatisieren bezieht sich natürlich auf die Mannschaft, die am 4. Februar im Achtelfinale des DFB-Pokals beim FC Schalke 04 erstmals ernsthaft gefordert ist.

Jürgen Klinsmann äußert sich verhalten

Was nun die Runderneuerung betrifft, so hielt sich Klinsmann bisher mit weiteren Auskünften zurück. Granit Xhaka vom FC Arsenal? Julian Draxler von Paris Saint-Germain? Mario Götze von Borussia Dortmund vielleicht? „Wir können uns umschauen bei anderen Mannschaften in Europa, die in der Champions League aktiv sind, um uns ganz gezielt auf einer Position zu verstärken“, hat Klinsmann gesagt. „Bevor da aber nichts 100 Prozent fest oder klar ist, bitte ich um Verständnis, dass ich da noch nichts bekannt geben kann.“

So ist das nun mal. Im Fall von Ascacibar ist bekannt, dass er einen langfristigen Vertrag unterschrieb, was immer das heißen mag. Die Basis-Ablösesumme soll zwölf Millionen Euro betragen. Sagt nicht Klinsmann, sagt das Magazin Kicker. „Santiago ist als Spielertyp im zentralen Mittelfeld flexibel einsetzbar“, sagt Michael Preetz, der Geschäftsführer von Hertha BSC.

Ascacibar war im Sommer 2017 nach Deutschland gewechselt. In der Hinrunde dieser Saison durfte er zeitweise aus disziplinarischen Gründen nicht beim VfB Stuttgart mitwirken, war aus dem Kader geflogen, gehörte anschließend zum Stammpersonal. Vorige Saison musste er wegen einer Sperre nach einer Spuck-Attacke auf den Leverkusener Havertz für sechs Wochen zuschauen. Das war im April noch in der Bundesliga.

Langweilig dürfte es also schon mal nicht werden mit dem guten Ascacibar. Auch im sportlichen Bereich nicht. Der 1,68 Meter große Profi aus La Plata kann rechts wie mittig, hat in den letzten drei Partien des Jahres 2019 gegen Nürnberg (3:1), Darmstadt (1:1) und Hannover (2:2) über die gesamte Spieldauer mitgewirkt, ebenso im Pokal gegen Rostock (1:0) und den HSV (2:1 n.V.). Und Gelbe Karten, bei Ascacibar ein nicht ganz unwichtiges Detail, nur zwei in 18 Partien gesammelt.

Wir arbeiten jeden Tag fußballerisch daran, dass die Automatismen immer besser ineinandergreifen und dass die Spieler immer mehr Feingefühl füreinander entwickeln.

Jürgen Klinsmann

Von Stuttgart geht es nun zu einem Stuttgarter: "Wir arbeiten jeden Tag fußballerisch daran, dass die Automatismen immer besser ineinandergreifen und dass die Spieler immer mehr Feingefühl füreinander entwickeln“, sagt Jürgen Klinsmann, gebürtig aus Botnang. „Wir wollen unser Spiel gerne etwas weiter nach vorne verlagern, das habe ich auch schon öfters gesagt." Jetzt gerne auch mit  Santiago Ascacibar.