Trauer und Entsetzen im deutschen Fußball: Der ehemalige Bundesliga-Trainer Sascha Lewandowski ist im Alter von nur 44 Jahren gestorben.

Lewandowski wurde bereits am Mittwoch tot in seiner Wohnung aufgefunden, wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft und die Polizei Bochum dem SID am Donnerstagmorgen bestätigten.

Einzelheiten über die Todesursache sind noch nicht bekannt oder werden zumindest nicht veröffentlicht. „Es ist ein laufendes Verfahren. Mehr können wir dazu derzeit nicht sagen“, teilte Staatsanwalt Andreas Bachmann dem SID mit.

Sascha Lewandowski: Rücktritt bei Union Berlin wegen Burnout

Anfang März 2016 trat Lewandowski beim Zweitligisten Union Berlin nach einem halben Jahr wegen eines Burnout-Syndroms, das funktionelle Herzbeschwerden verursachte, zurück.

Die Eisernen trauern, sie stellten ein Schwarz-Weiß-Foto Lewandowskis auf ihre Internetseite. „Wir sind tief bestürzt und unglaublich traurig. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler.

Lewandowski hatte im März selbst um Veröffentlichung der Diagnose gebeten. „Ich hatte gehofft, dass eine kurze Pause reichen könnte. Dies war aber leider überhaupt nicht der Fall“, sagte er. „Neben den gesundheitlichen Risiken muss ich auch akzeptieren, dass ich nicht annähernd die Power habe, mit so viel Energie zu arbeiten.“ Nach Einschätzung seiner Ärzte, fügte er hinzu, werde es „noch Monate dauern, bis ich wieder der Alte bin“. Er schaffte es nicht.

Lewandowski trainierte von April 2012 bis Sommer 2013 gemeinsam mit Sami Hyypiä den Bundesligisten Bayer Leverkusen. Nach Hyypiäs Entlassung im April 2014 übernahm er bis Saisonende erneut das Bundesligateam der Leverkusener.

Zuvor hatte er sich einen glänzenden Ruf in der Jugendarbeit erworben. Er wurde mit der A-Jugend des VfL Bochum zweimal in Folge westdeutscher Meister, ebenfalls zweimal führte er seine Mannschaft ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Danach übernahm er die zweite Mannschaft, ehe er für fünf Jahre zur Leverkusener A-Jugend wechselte und etliche Spieler formte.

Als Trainer war Sascha Lewandowski impulsiv und engagiert

Selbst spielte er maximal in der Oberliga für den VfR Sölde, einen Stadtteilklub aus dem Dortmunder Osten. Als Trainer war Sascha Lewandowski impulsiv und engagiert, in Leverkusen bildete er somit den Gegenpol zum Finnen Hyypiä, einem schweigsamen, ruhigen Trainer. Auch der frühere Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nahm die Todesnachricht schockiert auf: „Ich bin sprachlos, das tut total weh“, sagte er der Sport Bild.

Lewandowski kämpfte mit Depressionen, nach seinem Abschied von Union Berlin begab er sich in die Reha. Er wohnte in Bochum und war seit langem mit einer Reporterin liiert, er hatte keine Kinder. Bis 2006 arbeitete er selbst nebenbei als Journalist, beispielsweise erstellte er Taktik-Analysen für Regionalzeitungen. (SID)