SC DHfK zieht Notbremse: Trainer Haber muss gehen

Nach 15 Jahren im Verein ist Schluss. Der SC DHfK Leipzig trennt sich von Trainer André Haber, der im Club einst als Coach in der Jugend begann und sich bis ...

ARCHIV - DHfK-Trainer Andre Haber reagiert an der Seitenlinie.  dpa/Archiv
ARCHIV - DHfK-Trainer Andre Haber reagiert an der Seitenlinie. dpa/ArchivHendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/

Leipzig-Die Blamage im Ostderby war eine zu viel. Der SC DHfK Leipzig hat die Konsequenzen aus der sportlichen Misere gezogen und Trainer André Haber nach vier Jahren freigestellt. Das teilte der Handball-Bundesligist am Montag mit. Über die weitere sportliche Perspektive will Manager Karsten Günther am Dienstag informieren. Der mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestartete Club ist Drittletzter, hatte am Sonntag 24:32 beim SC Magdeburg verloren.

Vorerst übernehmen Co-Trainer Milos Putera und Nachwuchschef Matthias Albrecht die Aufgaben Habers. Schon am Mittwoch trifft der SC DHfK im DHB-Pokal auf die Rhein-Neckar Löwen.

„Diese Entscheidung zu treffen, war brutal, doch im Sinne des Vereins unumgänglich. André hat 15 Jahre in verschiedenen Positionen sehr erfolgreich und loyal für unseren Verein gearbeitet“, sagte Günther. „Er war maßgeblich mit daran beteiligt, dass wir ein stabiler Bundesligist geworden sind. Jetzt sind alle im Team umso mehr gefordert, diesen Status zu verteidigen und in die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Haber war 2008 erstmals als Trainer im Verein aktiv. Zunächst feierte er Erfolge in der Jugend und wurde 2013 Co-Trainer des späteren Bundestrainers Christian Prokop. Im Oktober 2018 rückte der 36-Jährige dann endgültig auf den Chefsessel der Bundesliga-Mannschaft, nachdem sein Vorgänger Michael Biegler freigestellt worden war. Der als akribische Arbeiter geltende Haber vermochte es zuletzt nicht mehr, der Mannschaft die richtigen Impulse zu geben.

Das Derby in Magdeburg stand sinnbildlich für den Saisonverlauf. In der ersten Halbzeit hielt der SC DHfK mit, hätte sogar in Führung liegen können. Stattdessen brach die Mannschaft in der zweiten Halbzeit komplett ein und war mit dem Ergebnis letztlich noch gut bedient. Günther hatte nach dem Spiel schon deutliche Worte gewählt: „Die Tabelle lügt nicht. Sie zeigt genau das Bild, was wir hier in der zweiten Halbzeit abgegeben haben.“

Kapitän Simon Ernst mahnte an, dass man nun dringend Punkte brauche: „Völlig egal gegen welche Gegner. Da ist es egal, ob wir Verletzte haben oder einen schweren Spielplan oder der Gegner der deutsche Meister ist.“ Nach neun Spieltagen hat der SC DHfK nur vier Punkte auf dem Konto. Den bisher einzigen Sieg feierte man am 22. September gegen Erlangen.

Leipzig war wie schon im Vorjahr mit dem Ziel in die Saison gegangen, den Traum von der Europapokal-Qualifikation wahr werden zu lassen. Doch die Mannschaft fand von Beginn an nicht in die Spur, der Druck auf Haber wuchs von Woche zu Woche. Möglich nun, dass zunächst ein Trainer bis zum Saisonende gesucht wird. Laut „Bild“ soll über Velimir Petkovic, von 2016 bis 2020 Trainer der Füchse Berlin, bereits diskutiert worden sein.

Mitteilung SC DHfK