Mönchengladbach - Nach einem Jahr der Demut fassen zumindest die Anhänger von Borussia Mönchengladbach so langsam den Mut, wirklich große Ziele zu formulieren. „Marco Reus, Dich lassen wir nur mit dem Double gehen“, stand auf einem Banner, das die Zuschauer beim aufregenden 3:1 (2:0)-Erfolg zur Rückrundeneröffnung gegen Bayern München hoch hielten, andere forderten: „Macht Träume wahr, Borussia wieder in Europa“. Und nach diesem Sieg gegen den FC Bayern erscheinen diese Sprüche nur noch ein klein wenig größenwahnsinnig. Denn die Borussia machte exakt dort weiter, wo sie in der Hinserie aufgehört hat, in vielen Phasen erweckte dieses Spiel sogar den Eindruck, dass die Mannschaft noch besser geworden ist. „Wir haben sehr gut gespielt“, lobte denn auch Borussia-Coach Lucien Favre sein Team, das seiner Ansicht nach vor allem „gut verteidigt“ hatte.

Die Winterpause mit der Unruhe rund um die Entscheidung von Reus, im Sommer nach Dortmund zu wechseln, und die Horrorszenarien scheinen jedenfalls keinen größeren Schaden bei der Borussia angerichtet zu haben. Und Reus, der Mittelpunkt der winterlichen Debatten, zeigte auch im ersten Spiel nach der Winterpause seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, als sei nichts gewesen. Zehn Minuten waren gespielt, da unterlief Manuel Neuer, dem Münchner Torhüter, ein furchtbarer Fehler. Weit neben seinem Tor spielte er nur leicht bedrängt von Patrick Herrmann einen katastrophalen Fehlpass in den Fuß von Reus, der den Ball geschickt annahm und aus 25 Metern ins verlassene Tor schoss. Es war eine merkwürdige Parallele zum Hinspiel, als ein Neuer-Fehler den 1:0-Siegtreffer Igor de Camargos ermöglichte. Und es war ein perfekter Start für die Gladbacher in diese Partie.

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