Doch der ganz große Antreiber im Mittelfeld konnte Bastian Schweinsteiger in seiner Verfassung nicht sein. Was blieb, war die ernüchternde Bilanz des dritten verlorenen Finals auf der internationalen Bühne, nach der EM 2008 gegen Spanien und vor zwei Jahren in der Champions League gegen Inter Mailand.

Auch Robben muss weiter auf seine Vollendung warten. Wie mit der Nationalmannschaft der Niederlande verpasste er nun auch im Vereinsfußball den ersehnten ersten großen internationalen Titel. Und vielleicht fühlte sich diese Niederlage für ihn noch ein bisschen schlimmer an, weil sie ihn als jenen Spieler zurückließ, der in gleich zwei Endspielen binnen weniger Wochen in den entscheidenden Momenten gescheitert war.

Robben wieder Reizthema bei den Bayern

In Dortmund, als der 28-Jährige nicht nur den Strafstoß verschoss, sondern auch den Ball kurz vor Schluss aus vier Metern über das Tor trat. Und nun, als er sich wieder den Ball schnappte, nachdem Drogba Franck Ribéry gefoult hatte, und ihn in die Arme von Cech schoss.

Es setzten danach wieder einmal Debatten um Robbens Ego ein, obwohl ja feststeht, dass der Niederländer bei den Münchnern als Erster für das Duell vom Punkt vorgesehen ist. „Wenn er festgelegt ist als Nummer-eins-Schütze, dann schießt er den Elfmeter“, sagte deshalb Präsident Uli Hoeneß, „ich weiß nicht, ob sie unten diskutiert haben, ob vielleicht Mario Gomez schießt. Keine Ahnung. Aber es gab überhaupt keine Dissonanz offensichtlich. Die waren sich einig, dass Arjen schießt.“

Tieftrauriger Junge

Er nahm Robben in Schutz. Unglücklich sei gewesen, dass Ribéry lange behandelt worden sei, ehe der Strafstoß freigegeben wurde. Doch das Reizthema Robben stand wieder einmal auf der Agenda. Trost bekam der Künstler vor allem vom Gegner. Drogba drückte ihn lange an sich. Robben schmiegte sich an die Brust des ehemaligen Mitspielers beim FC Chelsea wie ein tieftrauriger Junge.

Auch um Schweinsteiger kümmerte sich Drogba. Der Matchwinner flüsterte Schweinsteiger einige Worte ins Ohr.