Union Berlins Schwedischer Stürmer Sebastian Andersson.
AFP/Stuart Franklin

BerlinDie Zahl 12 hat etwas Magisches, vielleicht sogar Mystisches. Zwölf Apostel folgten Jesus. Herakles wurden zwölf Prüfungen auferlegt. Filmisch sind „Die zwölf Geschworenen“ oder „Das dreckige Dutzend“ Klassiker der Branche. Und was hat das alles mit  Unions Topangreifer Sebastian Andersson zu tun? Für den Moment eine Menge: der Schwede hat mit seinem Treffer in Mönchengladbach am vergangenen Wochenende zwölf Tore erzielt. Damit liegt er in der  Torjägerliste der Fußball-Bundesliga derzeit auf Rang vier.

Seitdem der schwedische Nationalspieler den IFK Norrköping verlassen hat und in Deutschland kickt, hat er in jeder Spielzeit jeweils zwölf Treffer erzielt. Das mit der magischen Zwölf fing bei ihm in Kaiserslautern an (17/18). Es setzte sich nach seinem Wechsel zu Union fort (18/19) und jetzt, in seiner ersten Bundesligasaison, hat der 28-Jährige schon wieder seine Bestmarke eingestellt.

Knackt er jetzt seinen Bestwert? Macht er die Wilde 13 voll? Das wäre im Abstiegskampf hilfreich, denn die Eisernen müssen wieder torgefährlicher werden. Es gab in den vergangenen vier Partien nur eine Großchance für die Köpenicker. Zu wenig, um sich auf Dauer behaupten zu können. Nicht umsonst hatte der Blondschopf noch in Mönchengladbach angemerkt, dass es momentan nicht gerade „der spaßigste Teil der Saison“ sei.

Der Spaß soll zurückkommen. Auch, um in Europa weiter auf sich aufmerksam zu machen. Andersson hat zwar seinen Kontrakt vor kurzem bis 2022 verlängert. Doch Insider gehen von einer Ausstiegsklausel aus und glauben, dass die Köpenicker ihn bei einem Angebot ab vier Millionen Euro ziehen lassen müssen. Auch weil der 1,90 Meter große Angreifer mit seiner Spielweise besticht und nicht nur an Toren gemessen wird - 614 Zweikämpfe sind ebenso Liga-Bestwert wie die Zahl der Kopfballduelle (408). Das weckt  Begehrlichkeiten. Immer wieder werden Klubs wie Valencia oder Brighton & Hove Albion als Interessen gehandelt. Auch Ajax Amsterdam wurde schon genannt.

Das empfindet Manager Oliver Ruhnert als völlig normal.„ Wenn ein Spieler zwölf Tore in der Bundesliga erzielt hat, wäre es überraschend, wenn sich kein anderer Verein für ihn interessieren würde“, meint der 47-Jährige, der immer gelassen reagiert, wenn Spieler umworben werden.

Das Buhlen um den im südschwedischen Ängelholm aufgewachsenen Mittelstürmer wird heftiger werden, sollte er Tor Nummer 13 erzielen. Vielleicht knackt er ja sogar noch seine eigene Bestmarke: In der Spielzeit 14/15 gelangen Andersson sogar 14 Tore für Norrköping. Bei fünf noch ausstehenden Spielen ist das auch in dieser Corona-Saison möglich.