„Sehr grenzwertig“: Tedesco verurteilt Giftanschlag auf Rasen in Dessau

RB Leipzigs Trainer spricht von einer Aktion unter der Gürtellinie. Dessau-Roßlau ist nach dem Giftanschlag nicht nur im Stadion ein hoher Schaden entstanden.

Der Rasen im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion ist nicht bespielbar.
Der Rasen im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion ist nicht bespielbar.dpa/Sebastian Willnow

Trainer Domenico Tedesco vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig hat den Giftanschlag auf den Rasen des Stadions in Dessau vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal verurteilt. „Ich finde es sehr schade für Ottensen selbst. Es ist ein Amateurverein, der sich so ein Spiel erarbeitet hat. Man schadet diesem Verein extrem“, sagte Tedesco am Donnerstag.

RB trifft auf den Regionalligisten Teutonia Ottensen. Der Hamburger Klub wollte das Spiel im fast 400 km entfernten Dessau austragen, weil sich die Stadionsuche in und rund um die Hansestadt schwierig gestaltete und eine Partie auf dem vereinseigenen Kunstrasenplatz nicht mit den Regularien des DFB vereinbar ist. Die Zweitligisten FC St. Pauli und Hamburger SV wollten ihr Stadion für ein Spiel gegen Leipzig nicht zur Verfügung stellen.

Giftige Substanz auf dem Dessauer Rasen

Unbekannte hatten dann eine offenbar giftige Substanz auf den Rasen des Paul-Greifzu-Stadions in Dessau gekippt. Das Duell am kommenden Dienstag, 30. August (20.46 Uhr, ZDF und Sky), findet nun in Leipzig statt. „Für uns ist es entspannt, ich finde es aber nicht okay. Es ist schon sehr grenzwertig“, sagte Tedesco. Man könne jeden Verein mögen oder nicht mögen: „Der Fußball profitiert von Rivalitäten. Wenn es unter die Gürtellinie geht, finde ich das überall nicht okay.“

Weil das DFB-Pokalspiel nach dem Giftanschlag des Fußballrasens nun nicht mehr in Dessau-Roßlau stattfinden kann, entsteht der Stadt ein hoher Geldschaden. Der Platz wird wohl über Monate nicht bespielbar sein. Auf Fotos aus dem Paul-Greifzu-Stadion, in dem im Frühjahr das traditionelle Leichtathletik-Meeting stattfand, bei dem unter anderem Olympiasiegerin Malaika Mihambo im Weitsprung antrat, ist der ramponierte Rasen deutlich zu sehen. Besonders betroffen ist der Bereich des Anstoßkreises sowie die beiden Strafräume. Dort sind großflächige braune Flächen auf dem sonst grünen Spielfeld zu erkennen.

Schaden für Dessau-Roßlau im sechsstelligen Bereich

Zudem entsteht der Stadt Dessau-Roßlau ein Schaden im sechsstelligen Bereich. So äußerte etwa Ralph Hirsch, Sportdirektor von Anhalt Sport e.V., im MDR Sachen-Anhalt, es sei eine Katastrophe: Man habe viel Aufwand und Geld in die Vorbereitung des Spieles investiert. Nun müssten 80 Hotelzimmer und knapp 8000 bereits verkaufte Eintrittskarten, wegen denen die Menschen Schlange gestanden waren, storniert werden.

Hinzu kommt der Aufbau von Kamerapodesten für die Fernsehübertragung, die nun nicht stattfinden wird im Stadion. Auch wurden bereits Verträge mit Dienstleistern wie dem Stromanbieter, den Caterern sowie einem Sicherheitsdienst geschlossen. Der Stadt entgeht darüber hinaus die Stadionmiete. 

Vor der Pokalpartie am Dienstag peilt RB Leipzig im Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky) den ersten Saisonsieg an. Beide Teams haben bislang einen Fehlstart hingelegt. Die Vorzeichen sind quasi gleich. Stabilität soll die zuletzt instabile Abwehr von RB mit der Rückkehr von Stammkeeper Peter Gulacsi bekommen.