Selke pusht: Schwarz macht Hoffnung auf mehr Einsätze

Für Davie Selke läuft die Saison im Hertha-Angriff noch nicht nach Wunsch. Der ehemalige Bremer kam zuletzt nur zu Joker-Einsätzen. Vor dem Werder-Duell beko...

ARCHIV - Davie Selke von Hertha BSC läuft nach Ende der Spielzeit enttäuscht in die Kabine.
ARCHIV - Davie Selke von Hertha BSC läuft nach Ende der Spielzeit enttäuscht in die Kabine.Andreas Gora/dpa/Archivbild

Berlin-Wilfried Kanga bekam die große Energie von Davie Selke zu spüren. Mit Elan schubste der Angreifer von Hertha BSC seinen Kollegen nach dessen Siegtor gegen Schalke 04 bei den Feierlichkeiten Richtung jubelnde Fans in der Ostkurve des Olympiastadions. Zumindest als Stimmungskanone ist Selke momentan unverzichtbar beim Berliner Fußball-Bundesligisten, sportlich hingegen reicht es nur für Kurzeinsätze. Das dürfte auch beim Spiel an alter Wirkungsstätte bei Werder Bremen am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) kaum anders sein. Trainer Sandro Schwarz hält aber große Stücke auf den 27-Jährigen.

„Dennoch finde ich, dass er eine Wichtigkeit hat in der Gruppe, auf dem Trainingsplatz, in der Kabine“, sagte Schwarz über Selke. „Er pusht die Jungs von außen“, betonte der Hertha-Coach. Damit verkörpere der oft umstrittene Angreifer, dem einst eine viel erfolgreichere Karriere möglich schien, eben jenen Teamgeist, der die Berliner momentan auszeichne. 

Bremen ist ein besonderes Kapitel für Selke. Bei Werder wurde er 2013 zum Bundesliga-Profi. 2020 kehrte er im Winter als Hertha-Leihgabe an die Weser zurück. Nur der Abstieg mit den Hanseaten 2021 machte einen permanenten Wechsel für einen Millionenbetrag nach Bremen hinfällig, Selke musste nach Berlin zurück und lange gegen Widerstände kämpfen.

Auch in dieser Saison läuft es mäßig für den U21-Europameister von 2017 und Olympia-Silbermedaillengewinner von Rio 2016. Im verlorenen Pokalkrimi bei Zweitligist Eintracht Braunschweig schoss er ein letztlich nutzloses Tor. Im ersten Bundesliga-Saisonspiel, dem Derby bei Union Berlin (1:3), stand er das einzige Mal in der Startelf. Seither - unterbrochen von einer Zwangspause wegen eines grippalen Infekts - kamen nur insgesamt acht Kurzeinsätze als Joker hinzu. Liga-Tore? Keines.

Selkes Pech ist auch die neue Taktik. „Aktuell ist es einfach so, dass es Jovetic in den ersten Spielen im 4-3-3 sehr gut gemacht hat als Neuner und jetzt auch Willi Kanga, der die Situation sehr gut genutzt hat“, beschrieb Schwarz die Situation in Herthas Angriffszentrale. Hoffnungslos sei die Perspektive aber nicht, meint der Hertha-Coach. „Schauen wir, wie es bei den Einsatzzeiten bei Davie aussehen wird.“