Berlin - Das Veranstalterland Serbien hat den Boxern aus dem Kosovo die Einreise zur Weltmeisterschaft des Amateur-Weltverbands Aiba in Belgrad verwehrt. Die kosovarische Außenministerin Donika Gervalla-Schwarz und Sportminister Hajrullah Ceku bestätigten in einem Brief an den Verband den Vorfall, wie Medien in Pristina am späten Samstagabend berichteten. Die Sportler seien an der Grenze von den serbischen Behörden abgewiesen worden.

„Uns wurde gesagt, dass wir die Grenze passieren können, aber nur ohne die Symbole des Kosovo“, sagte Latif Demolli, Chef des kosovarischen Boxverbandes. Demolli sagte lokalen Medien, die Grenzbehörden hätten die Boxer aufgefordert, „die nationalen Embleme auf ihren Shirts für den Ring und ihren Trainingsanzügen als Bedingung für die Einreise“ zu entfernen. Dies habe er jedoch verweigert.

Das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte früher zu Serbien gehört. Nach einem bewaffneten Aufstand der Kosovo-Albaner und einer Nato-Intervention 1999 wurde das Land zunächst von den Vereinten Nationen (UN) verwaltet, ehe es sich 2008 für unabhängig erklärte.

Serbien ist bis heute nicht bereit, den Kosovo als eigenen Staat anzuerkennen, und verlangt die Rückgabe des kosovarischen Staatsgebietes. In den letzten Monaten haben sich die Spannungen zwischen den beiden Balkannachbarn verschärft, unter anderen, weil Serbien die kosovarischen Kfz-Kennzeichen nicht anerkennen will.

In ihrem Brief an die Aiba schrieben die beiden kosovarischen Minister: „Wir bringen unsere große Besorgnis wegen der Diskriminierung unserer Box-Auswahl zum Ausdruck.“ Als Mitglied des Weltverbands seit 2014 habe die kosovarische Mannschaft ein verbrieftes Recht, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Diese findet in der serbischen Hauptstadt Belgrad statt. In einer Erklärung zu dem Vorfall mit den kosovarischen Boxern hielt der Weltverband fest: „Die Aiba erwartet, dass die Abordnung des Kosovo-Boxverbands in keiner Weise anders behandelt wird als die jedes anderen Aiba-Mitglieds.“ Man habe den serbischen Verband kontaktiert, um eine Lösung herbeizuführen.