Köln - Trainer Ole Werner versammelte seine Mannschaft kurz am Mittelkreis und lobte sie für ihre starke Leistung, doch von einer Vorentscheidung wollte bei Holstein Kiel nach dem 1:0 (0:0) im Relegations-Hinspiel beim 1. FC Köln niemand etwas wissen. „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe und werden heiß bleiben“, sagte Werner mit Blick auf das zweite Duell am Sonnabend (18.00 Uhr/DAZN).

Trainer Ole Werner hat ein goldenes Händchen bewiesen

Dass der Zweitligist eine historische Chance hat, ist allen Beteiligten bewusst. Doch noch warten „mindestens 90 harte Minuten“, betonte Routinier Fin Bartels. Im ersten Vergleich am Mittwoch in Köln war Kiel „griffig und gallig“, sagte Bartels: „Wir haben alles wegverteidigt und gehen deswegen mit einem kleinen Vorteil ins Rückspiel.“

Dort bietet sich in Kiel vor 2350 Fans die Gelegenheit, der erste Bundesligist aus Schleswig-Holstein zu werden. Die am Mittwoch noch gesperrten Stammspieler Jonas Meffert und Alexander Mühling sind dann auch wieder verfügbar.

Trainer Werner hatte ein goldenes Händchen bewiesen und Simon Lorenz vor einer Kieler Standardsituation eingewechselt. Der Innenverteidiger zahlte das Vertrauen mit dem entscheidenden Treffer zurück (59.) – da stand er gerade 20 Sekunden auf dem Feld.

Nachholspiele im Drei-Tages-Rhythmus

„Wir waren sehr diszipliniert, und dann sehen wir, dass wir auch gegen so eine gute Mannschaft wie den 1. FC Köln mithalten können“, sagte Lorenz, der aber gleichzeitig vor zu großem Optimismus warnte: „Wir wissen, dass das gar nichts wert sein kann, wenn wir am Samstag nicht wieder so hellwach ins Spiel gehen.“ Der Sieg in Köln sei nicht mehr als ein „erster Schritt“ auf dem langen Weg zum ersehnten Aufstieg.

2018 war Holstein bereits in der Relegation, scheiterte damals aber am VfL Wolfsburg. Und auch in diesem Jahr sprachen die Vorzeichen vor dem ersten Duell mit dem FC eher gegen Kiel. Die Norddeutschen hatten wegen ihrer Quarantäne zahlreiche Nachholspiele im Drei-Tages-Rhythmus zu absolvieren, am letzten Spieltag der 2. Bundesliga gaben sie den direkten Aufstieg aus der Hand.

Werner sprach seinen Spielern dennoch Mut zu: „Wir haben weiterhin die Situation, dass wir der Zweitligist sind und nur gewinnen können – in der 2. Liga sind wir ja schon", sagte der 33-Jährige: „Der Druck liegt beim 1. FC Köln, und wir freuen uns auf das Spiel.“