Fabian Wiede heizte dem Publikum noch einmal ein, bevor sein Mannschaftskamerad Hans Lindberg an den Siebenmeter-Strich trat. Wie wild schrie Wiede in Richtung der 7 696 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle: „Los jetzt! Weiter! Das geht lauter!“ Und der Berliner Spielmacher wurde erhört. Der Fuchsbau tobte, Lindberg traf zum 22:19.  Es war der Knackpunkt in einem Spiel, das durchaus in beide Richtungen hätte ausgehen  können. Schließlich gelang  den Gastgebern ein 31:30-(15:16)-Erfolg  im Pokal-Achtelfinale gegen den Erzrivalen aus Magdeburg.

Wenn die Füchse auf den SCM treffen, ist das nicht nur Derby, nicht nur die Rivalität zwischen Elbe und Spree, es ist ein Duell, das auf dem Spielfeld – und abseits davon – Spannung verspricht. Nicht anders verlief die Begegnung am gestrigen Abend. Mit zunächst leichtem Vorteil bei den Elbestädtern. Den Füchsen gelang es nur teilweise, dem gegnerischen Tempospiel etwas entgegenzusetzen. Schneller in der Abwehr lag das Momentum bei den Gästen.

Starker Rückraum

Dennoch gelang es den Berlinern, durch gutes Positionsspiel die Magdeburger nicht davon ziehen zu lassen. Mit nur einem Tor Rückstand ging es in die Kabine. Und  nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel. Die Füchse machten weniger Fehler, bewegten sich mehr und erarbeiteten sich eine Zwei-Tore-Führung. Und dann kam eben jener beschriebene Augenblick. Hans Lindberg stellte   via Strafwurf auf 22:19 (40.). Erstmals gingen die Hausherren mit drei Treffern in Front.

Anschließend wurde die Partie mehr und mehr zum Füchse-Spektakel.  Kapitän Lindberg ließ zwei  weitere Treffer folgen, und so langsam verstummten die angereisten Gästefans. Mit sieben Treffern war der Däne erneut bester Werfer seitens der Füchse, doch nicht nur der Rechtsaußen war an diesem Abend Torgarant. Simon Ernst, Paul Drux und Jacob Holm trafen allesamt fünf Mal für die Hauptstädter und demonstrierten mehr als deutlich, dass die Füchse mittlerweile gänzlich in der Saison angekommen sind.

„Das war Werbung für den Spitzenhandball. Wir haben mit viel Leidenschaft gekämpft und freuen uns einfach über den Sieg. Gegen Magdeburg ist das immer besonders schön“, sagte Wiede, der trotz seiner eher durchschnittlichen Trefferquote ebenfalls zu überzeugen wusste.

Dem Ziel ein Stück näher

Wenngleich die Elbestädter, bei denen Nationalspieler Matthias Musche mit neun Treffern bester Werfer war, in der Schlussphase den Spielstand noch einmal aufbessern konnten, geriet der Heimsieg nicht in Gefahr.  Damit sind die Füchse ihrem Ziel, dem Final Four in Hamburg, einen Schritt näher gekommen. Ein Grund mehr für Fabian Wiede, einfach nur den Tag zu genießen und mit seinen Teamkollegen zu feiern.