Sieg ohne Spiel: Die kuriose Ungarn-Reise der Wasserballer von Spandau 04

Auf dem Weg in die Budapester Schwimmhalle erfahren die Wasserfreunde von einem Hannoveraner Torhüter, dass ihre Partie ausfällt.

Marko Stamm und das Team von Spandau 04 mussten ohne Spiel wieder aus Budapest abreisen.
Marko Stamm und das Team von Spandau 04 mussten ohne Spiel wieder aus Budapest abreisen.Imago/Aleksandar Djorovic

Berlin - Der Berliner Wasserballer Marko Stamm saß am Donnerstag mit gemischten Gefühlen im Budapester Flughafen. Einerseits fand er den 10:0-Sieg in der Champions League gegen den OSC Budapest angenehm. „Andererseits möchte man als Sportler die Punkte lieber im Spiel gewinnen.“ Deshalb war er mit Spandau 04 nach Ungarn gereist.

Auf dem Weg vom Hotel Richtung Schwimmhalle klingelte das Handy von Spandaus Kapitän Maurice Jüngling. Moritz Schenkel, der Torhüter von Konkurrent Waspo Hannover, fragte, was denn los sei in Budapest. Die Partie sei abgesagt. Die Wasserfreunde wussten von nichts. Auf der Facebook-Seite des OSC lasen sie: Spiel wegen Corona-Fällen im Budapester Team abgesagt.

Offenbar waren zu den vier Fällen, die der Gegner gemeldet hatte, weitere gekommen. Nach der Meldefrist. Die Spandauer sprangen dennoch ins Becken, um sich aufzuwärmen. Als um 19 Uhr kein Gegner erschien, ging die Partie mit 10:0 Toren an sie. Um ihre Anspannung loszuwerden, trugen die Spandauer einen Schwimmwettkampf aus. Im Hotel tranken sie ein Bier auf den Sieg und gingen ins Bett. „Bei den steigenden Infektionszahlen ist es vielleicht der falsche Zeitpunkt, die Champions League weiterzuspielen“, sagt Marko Stamm, der am Sinn der Regel zweifelt, bei sieben gesunden Spielern Champions-League-Spiele anzupfeifen. „Aber diejenigen, die das entscheiden“, sagt er, „sind nicht die, die das Risiko eingehen.“