Ingolstadt - Die Reise der Eisbären in diesen Play-offs geht weiter. Wie schon im Viertelfinale gegen Iserlohn gleichen die Berliner die Best-of-Three-Serie auf fremdem Eis aus. Durch dieses 3:2 (1:1, 0:1, 2:0) kommt es am Freitagabend in eigener Halle (18.30 Uhr, Magentasport und Sport 1) zu einem Entscheidungsspiel um den Finaleinzug. Wer dort der Gegner wird, steht noch nicht fest. Denn auch die Grizzlys Wolfsburg glichen ihre Serie gegen die Adler Mannheim aus.

Leo Pföderl erzielt zweiten Treffer nach Comeback

Der Start in dieses Spiel ließ aus Sicht der Gäste aus der Hauptstadt zunächst nichts Gutes erahnen. Weil die Eisbärenprofis in den ersten Sekunden Tim Wohlgemuth außer Acht gelassen hatten, konnte der recht unbehelligt in Richtung des Berliner Tores ziehen und hatte nach kurzer Körpertäuschung den Puck ins EHC-Tor und vorbei an Mathias Niederberger befördern.

Doch es hatte den Anschein, dass dieser verkorkste Start eine Art Erweckungserlebnis darstellte. Denn fortan nahm der Berliner Druck stetig zu. Und nach zehn Minuten stand es 1:1, weil Leo Pföderl im zweiten Spiel nach seinem überraschenden Comeback seinen zweiten Treffer erzielte. Und auch die Führung wäre durchaus möglich gewesen, aber Zach Boychuk konnte einen Konter in eigener Unterzahl nach einer Viertelstunde nicht vollenden.

Zu Beginn des Mitteldrittels war die Frustration regelrecht zu greifen, dass der Puck nicht im Ingolstädter Tor landen wollte. Fast eine Handvoll Chancen der Kategorie hochkarätig blieben ungenutzt, weil der gegnerische Torwart Michael Garteig, ein fremder Schläger oder der Pfosten im Weg waren. Und wenig später jubelte Mirko Höfflin über die erneute und überraschende Führung der Gastgeber. Wieder war Wohlgemuth entscheidend beteiligt, weil er mit einer Verzögerung EHC-Verteidiger Kai Wissmann ins Nichts rutschen ließ und seinen Kollegen freispielte.

Ryan McKiernan sorgt für die Entscheidung

Aber die EHC-Profis ließen sich nicht beirren. Auch im Schlussdrittel drängte die Mannschaft von Trainer Serge Aubin in Richtung des Ingolstädter Tores. Und elf Minuten vor dem Schluss fiel der so wichtige Ausgleichstreffer. Der Schuss von Marcel Noebels wurde von Matt White entscheidend abgefälscht, der bereits seinen sechsten Treffer in diesen Play-offs erzielte.

Und die Eisbären ließen nicht locker, denn eine Verlängerung barg die Gefahr, dass ein einziger gelungener Angriff der Panther diese Saison beendet. Gleichzeitig gelang es den Oberbayern nicht mehr, entscheidend auf Offensive zu schalten. 63 Sekunden vor der Sirene, die eine erneute Pause bedeutet hätte, erlöste EHC-Verteidiger Ryan McKiernan seine Mannschaft mit seinem Tor zum 3:2.  Und weil nun um jeden Puck gekämpft wurde, als würde es ums Überleben gehen, brachten die Berliner diese Führung über die Zeit.