Ski-Auftakt im Zeichen des Klimawandels: Drei Absagen an einem Tag

Das Wetter und der Klimawandel überschatten den alpinen Saisonstart. Der Sport muss sich anpassen, fordern Experten. Der Weltverband räumt Fehler ein.

Der Deutsche Stefan Luitz beim Riesenslalom auf dem Rettenbachferner in Sölden.
Der Deutsche Stefan Luitz beim Riesenslalom auf dem Rettenbachferner in Sölden.imago/Daniel Goetzhaber

Der Riesenslalom der Frauen abgesagt, die neuen Abfahrten am Matterhorn ersatzlos gestrichen, einzig beim Männerrennen in Sölden Gletscher-Panorama: Das Wetter hat den Beginn der alpinen Weltcup-Saison verregnet. Die Debatte um einen den Umweltbedingungen angepassten Rennkalender ist neu entbrannt.

Aufgrund des Klimawandels steht der Skirennsport vor einer ungewissen Zukunft. Braucht es schon Rennen im Oktober? Nein, meinen viele Trainer und Fahrer. Der Weltverband Fis blieb bislang stur. Chef-Renndirektor Markus Waldner gesteht Fehler ein.

Marco Odermatt gewinnt den Riesenslalom in Sölden

Erst wurde am Sonnabend das Frauenrennen in Sölden abgesagt, dann die für kommende Woche geplanten Premieren-Abfahrten der Männer am Matterhorn. Den Männer-Riesenslalom auf dem Rettenbachferner am Sonntag gewann der Schweizer Marco Odermatt. „Letztlich müssen wir erkennen, dass die Natur immer stärker ist als der Mensch“, sagte der Organisationschef der Zermatter Weltcup-Abfahrt, Franz Julen.

Während Fis-Präsident Johan Eliasch sein „iconic race“ am Matterhorn verteidigt, räumte Fis-Renndirektor Waldner Planungsfehler ein. Künftig müsse „speziell bei der Terminierung des Events“ nach einer Lösung gesucht werden. „Wir haben den Klimawandel und extrem warme Sommer. Das sind Signale, die wir respektieren müssen.“

Felix Neureuther plädiert für späteren Saisonstart

Kritik am frühen Saisonstart gibt es schon lange. „Der Zeitpunkt für diese Abfahrten am Matterhorn kommt viel zu früh. Es kann nicht sein, dass die Veranstalter so einen Aufwand betreiben müssen, um ein Rennen durchzuführen. Da werden Gletscherspalten zugeschoben, und aufgrund der Pistenlänge findet eine enorme Beschneiung statt“, sagt der frühere Skirennfahrer Felix Neureuther.

Im Sommer flogen wieder zahlreiche Teams zum Training nach Übersee. Klimaschonend ist das nicht. Neureuther plädiert für einen Saisonstart im November: „Es reicht doch, mit dem Training anzufangen, wenn es auf den Gletschern schneit.“ Nur schneit es immer später.