Berlin - Mit 31 Jahren ist Koray Aldemir ein gemachter Mann – und diesen Status hat er quasi über Nacht erreicht. Aldemir hat in Las Vegas die World Series of Poker (WSOP) gewonnen und ein Preisgeld von 8 Millionen Dollar eingestrichen. Der gebürtige Berliner setzte sich am Mittwochabend (Ortszeit) beim prestigeträchtigsten Pokerturnier überhaupt gegen den Briten Jack Oliver und den Amerikaner George Holmes durch und ist nun der dritte deutsche Poker-Weltmeister in der Geschichte des Turniers, das seit 1970 jedes Jahr ausgetragen wird.

Aldemir wuchs in Berlin auf. Später zog er nach Cottbus und begann dort ein BWL-Studium. In Wien, wo der Deutsche mittlerweile lebt, versuchte er es noch einmal an der Uni und schrieb sich für Psychologie ein. Doch auch dieses Studium brach er ab. Geschenkt: Inzwischen hat sich Aldemir mit Poker bei Live-Turnieren mehr als 20 Millionen Dollar erspielt und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Spielern.

Silvester 2006 kam er erstmals mit Poker in Berührung, zuerst wurden die Karten nur in privaten Freundesrunden gezückt, dann bei Spielgeldturnieren auf Online-Plattformen. Nach ein paar Jahren entschied sich Aldemir für die Profi-Laufbahn. Seine erste Geldplatzierung bei einem Live-Turnier erzielte er im Januar 2012 in der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz – damals gewann er vergleichsweise bescheidene 3300 Euro.

Am Finaltisch in Las Vegas brauchte es viereinhalb Stunden und das ein oder andere Poker-Face, um den letzten verbliebenen Gegner zu schlagen. Aldemir ging als klarer Favorit ins Rennen: Er hatte sich in den Tagen zuvor fast viermal so viele Chips wie seine Kontrahenten erspielt. Spannend wurde es am Ende trotzdem noch mal.

„Es ist das einzige Turnier, das Familie und Freunde im Grunde kennen. Es bedeutet mir sehr viel, es zu gewinnen“, sagte Aldemir nach seinem Sieg. Was er mit dem vielen Geld mache, wird er gefragt. Dazu habe er sich noch gar keine Gedanken gemacht, er habe versucht, das auszublenden. Auf jeden Fall aber wolle er nun erst mal Party machen.