Berlin/Paris - Nach seiner Weltklasse-Leistung gegen Rafael Nadal will es Novak Djokovic am Tag vor dem Finale gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas erst einmal ruhiger angehen lassen. „Ich bin jetzt sicher nicht der Frischeste“, sagte Djokovic am späten Freitagabend nach seinem Sieg gegen den 13-maligen Paris-Champion. 4:10 Stunden lang lieferten sich die beiden Ausnahmespieler eine Partie der Extraklasse. Die Macher von Highlight-Videos am Jahresende können ihre Arbeit eigentlich bereits jetzt beenden - besser kann es in diesem Jahr nicht mehr werden.

„Das war eines dieser Spiele, eine dieser Nächte, die du nie vergessen wirst“, sagte Djokovic nach der Begegnung, bei der die begeisterten Tennis-Fans trotz der coronabedingten Ausgangssperre um 23.00 Uhr bis zum Ende bleiben durften. „Es war definitiv mein bestes Match, das ich jemals in Paris gespielt habe und eines der besten drei meiner gesamten Karriere. Die Atmosphäre war absolut elektrisierend“, sagte Djokovic, der am Sonntag den 19. Grand-Slam-Titel seiner Karriere holen will. Damit würde er bis auf einen an Roger Federer und Nadal heranrücken. Für Nadal war es im 108. Spiel im Stade Roland Garros erst die dritte Niederlage. Tief enttäuscht verließ der Spanier seinen absoluten Lieblingsplatz.

Momentan rede ich mit euch, weil ich mit euch reden muss. In den nächsten drei Tagen gehe ich weg, wenn jemand mit mir reden will.

Alexander Zverev

Auch für Alexander Zverev heißt es nach der bitteren Niederlage gegen Tsitsipas erst einmal Wunden lecken. „Momentan rede ich mit euch, weil ich mit euch reden muss. In den nächsten drei Tagen gehe ich weg, wenn jemand mit mir reden will“, sagte die deutsche Nummer eins am Freitagabend in der Pressekonferenz. „Und dann bin ich in Halle.“

Bei den Noventi Open will sich Zverev ab kommender Woche schon für das nächste Highlight in Form bringen. Am 28. Juni beginnt der Rasen-Klassiker in Wimbledon, bei dem Zverev dann den nächsten Anlauf auf seinen ersten Grand-Slam-Titel nehmen wird. „Darauf freue ich mich.“

Tennis-Legende Boris Becker forderte bei Eurosport eine ehrliche Analyse der Halbfinale-Niederlage. „Jetzt muss er zu sich kommen. Das war eine harte Niederlage. Er muss das analytisch besprechen, ehrlich Fragen stellen, und die Gruppe um ihn muss die Fragen auch ehrlich beantworten“, sagte Becker.