So wollen die eisernen Fans am Samstag auch in München jubeln.
Foto: imago images/Bernd König

Berlin/MünchenGemeinsam mit den Experten vom Institut für Spielanalyse hat die Redaktion der Berliner Zeitung einen Blick in die Performance-Daten beider Teams geworfen und versucht, Schwachstellen im Spiel des FC Bayern zu identifizieren, die wiederum durch die Stärken des 1. FC Union ausgenutzt werden könnten. Das muss Union Berlin liefern, um die Bayern zu schlagen.

1. Über Zweikämpfe den Spielfluss hemmen

Die Eisernen müssen den Bayern mit ihrem Zweikampfverhalten den Schneid abkaufen! Kommt der FC Bayern in Ballkontrolle, gibt es kaum ein Team in der Bundesliga in dieser Spielzeit, das dann länger das Spielgerät in seinen Reihen hält als der Rekordmeister (10,3 Sekunden). Nur Bayer Leverkusen toppt diesen Wert noch knapp (10.4 Sekunden). Das gilt sowohl für die Außenspieler der Bayern (Davies, Perisic, Coman und Gnabry) im Vergleich zur Liga-Konkurrenz als auch für die aus der Defensive weit aufrückenden Außenverteidiger (Kimmich, Pavard, Alaba). Alle zusammen haben einen elementaren Anteil am Angriffsverhalten der Bayern. Sieben Spieler, 33 Torbeteiligungen. Heißt für Trimmel und Co.: Früher und energischer attackieren, sodass einerseits der Spielfluss und die Kombinationsstärke der Bayern unterbunden und zugleich die Tür für Konter geöffnet wird.

Grafik: Galanty; Quelle: Institut für Spielanalyse

2. Eiskalt kontern ohne Schnickschnack

Ist der Bayern-Angriff gestört und der Ball erobert, gibt es nur eine Devise: Attacke! Bereits in der vergangenen Saison schossen die Unioner ein Drittel ihrer Tore im Umschaltverhalten (18 Stück). Sowohl das Champions-League-Spiel unter der Woche als auch die bisherigen Partien in der Bundesliga offenbarten, dass auch diese Saison Bayern Probleme im Rückzugsverhalten hat. Ob bei Ballverlusten im Spielaufbau oder erst beim laufenden Positionsangriff.

Grafik: Galanty; Quelle: Institut für Spielanalyse

3. Über Kimmich zur Sensation

Klingt verrückt, ist aber so: Laut Datenlage könnte ausgerechnet Joshua Kimmich (l.) der Schlüssel für die Sensation werden. Denn im bisherigen Saisonverlauf fällt auf, dass der deutsche Nationalspieler in der zweiten Hälfte insbesondere zur Schlussphase hin deutlich schwächere Zweikampfwerte besitzt. Ein Erklärungsansatz: Der 24-Jährige zahlt seinem großen Anteil im Offensivbereich Tribut (11 Torbeteiligungen / 58 Torschussbeteiligungen - Top-Wert bei Bayern!) und baut körperlich ab, sodass die Zweikampfstärke und teilweise die Luft fehlt, überhaupt in den Zweikampf zu kommen. Heißt für Union und Urs Fischer, dass er seinen Spielern Mut zuspricht, auch in der Schlussphase immer wieder das Lauf- oder Zweikampfduell gegen den Nationalspieler zu suchen. Ein Tor kurz vor Schluss belohnt die Plackerei allemal.

Grafik: Galanty; Quelle: Institut für Spielanalyse