Dynamo Dresden empfängt am Freitag zum Auftakt den 1. FC Kaiserslautern
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BerlinAm Freitag (17.45 Uhr/ARD & MagentaSport) startet die neue Saison der 3. Liga mit einem Spiel, das Fußballnostalgiker reizen dürfte: Dynamo Dresden empfängt den 1. FC Kaiserslautern, das bedeutet geballte Tradition und Historie, zugleich treffen zwei Teams nach einem Umbruch aufeinander. Während Kaiserslautern auch aus finanziellen Gründen einige Leistungsträger der Vorsaison abgeben musste, stellt sich Dynamo nach dem Zweitliga-Abstieg nahezu komplett neu auf.

Die besonderen Umstände wegen der langen Corona-Zwangspause und möglichen Unwägbarkeiten wie fehlender Einnahmen haben sich in der notorisch klammen 3. Fußball-Liga allerdings auf den ersten Blick nicht so sehr ausgewirkt wie in den Bundesligen. Die kamen in diesem Sommer besonders sparsam daher. In der 3. Liga sind größere Transferausgaben seit Jahren ohnehin die absolute Ausnahme.

Auch Dresdens neuer Sportchef Ralf Becker, der Ralf Minge ablöste, ersetzte die abgewanderten Zweitliga-Spieler mit durchweg ablösefreien Profis. Dabei versucht es Dynamo mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern wie Sebastian Mai und Pascal Sohm, beide zuletzt Leistungsträger beim Halleschen FC, Yannick Stark (Darmstadt 98) und dem ehemaligen Union-Profi Philipp Hosiner, der für Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC in der Vorsaison 19 Treffer erzielte und jungen Talenten wie Julius Kade (Union Berlin), Jonathan Meier (Mainz 05/ausgeliehen) und Paul Will (Bayern München II). Dazu verblieben ein paar Spieler um Torhüter Kevin Broll, Routinier Marco Hartmann, Chris Löwe und Sascha Horvath. Trainer Markus Kauczinski hat nun zunächst die Aufgabe, dass sich die neu zusammengestellte Mannschaft schnell findet. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll der Wiederaufstieg folgen.

Der Hallesche FC hat sein Team bereits beisammen. Nach der Verpflichtung von Michael Eberwein von Zweitligist Holstein Kiel sagte Sportdirektor Ralf Heskamp: „Wir sind froh, unseren Kader nun komplett zu haben.“ Das heißt zugleich, dass der umworbene Angreifer Terrence Boyd bleibt, nachdem neben Mai und Sohm mit Bentley Baxter Bahn (Hansa Rostock) ein weiterer Leistungsträger Halle verließ.

Beim FSV Zwickau schmerzt vor allem der Abgang von Elias Huth, der für die Westsachsen in der Vorsaison 14 Mal traf, aber vom 1. FC Kaiserslautern nur ausgeliehen war. Im Gegenzug kam Manfred Starke, der schon in Rostock und Jena spielte, nach Zwickau, auch Maximilian Wolfram (vom FC Ingolstadt ausgeliehen) kehrte zurück.

Unzufrieden war man beim 1. FC Magdeburg mit der chaotischen Vorsaison, in der man fast von der zweiten in die vierte Liga abgestürzt wäre: Gehen musste neben den Trainern Stefan Krämer und Claus-Dieter Wollitz auch der sportliche Leiter Maik Franz. Sportdirektor Mario Kallnik setzt nun neben Trainer Thomas Hoßmang auf einen Verjüngungskurs, bekannte Namen kamen nicht. „Diese Transfers sind demokratisch abgelaufen“, rechtfertigte sich Kallnik, nachdem Kritik auch an seiner Person und Machtfülle im Verein aufkam. Und auch Hoßmang betonte, in die Transfers eingebunden worden zu sein. Grundsätzlich sei mehr Demut nötig, die sei zuletzt verloren gegangen, so Kallnik.

Angreifen will dagegen Hansa Rostock. Der Vorjahres-Sechste hat mit Mirnes Pepic (zum MSV Duisburg), Maximilian Ahlschwede (wechselte in die Oberliga) und Leihspieler Aaron Opoku (zurück zum Hamburger SV) zwar drei Stammspieler verloren, neben Bahn mit Damian Roßbach (Karlsruher SC), Jan Löhmannsröben und Maurice Litka (beide Preußen Münster) aber Spieler verpflichtet, die über einige Erfahrung in der 3. und sogar 2. Liga verfügen.