Der April ist für die Wasserballer von Spandau 04 ein Monat, der so gar nicht dem eigenen Selbstwertgefühl entspricht. Zweimal ist das Team von Trainer Petar Kovacevic in der Champions League gefordert. Als 36-facher Deutscher Meister sind die Wasserfreunde natürlich prädestiniert für dieses Format. Gegen Gegner wie Olympiacos Piräus am Sonnabend (19 Uhr, Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg) sind die Berliner aber „der klare Außenseiter“, wie Präsident Hagen Stamm weiß, der mit den Schwimmern des Vereins im Trainingslager auf Lanzarote weilt und beinahe entschuldigend sagt: „Letzte Woche war das Wetter in Berlin besser als hier.“

Piräus im Wasserball ist jedenfalls vergleichbar mit Real Madrid im Fußball. Vergangene Saison gewann das griechische Starensemble mit etlichen kroatischen Olympiasiegern die Champions League, quält sich in diesem Jahr aber durch das Turnier. Die Teilnahme am Final Eight ist längst nicht abgemacht. Und so ist bei den Spandauern, die keine Chance mehr auf die K.-o.-Runde haben, der Glaube gereift, den Favoriten schocken zu können. Stamm sagt: „Die früheren Vergleiche mit den Griechen zeigen, dass wir auch gegen Topteams nicht chancenlos sind, wenn alles stimmt: Einstellung, körperliche und geistige Präsenz, Tagesform und individuelles Können.“ Zumal sich Spandau im Final-8-Turnier 2018 Piräus nur knapp mit 5:6 geschlagen geben musste.

Spandau will wieder Nummer 1 sein

Dieses Spiel sowie die Partie elf Tage später gegen Zagreb (19 Uhr) sollen zudem die Sinne schärfen für einen Monat Mai, in dem es für die Spandauer darum geht, die Verhältnisse im deutschen Wasserball zurechtzurücken. Erst beim Turnier um den DSV-Pokal und später dann in den K.-o.-Runden der Deutschen Wasserball Liga (DWL) wollen die Berliner ihre Vormachtstellung zurückgewinnen, die sie zuletzt an Waspo Hannover verloren hatten.
Kurz vor dem Ende der Hauptrunde haben sich die Spandauer Platz eins erkämpft, genießen somit Heimrecht im Play-off-Finale. „Es ist schon schöner, wenn man die entscheidenden Spiele zu Hause austragen kann“, sagt Stamm. Zumal es in Duellen zwischen Berlin und Hannover stets hitzig zugeht. Dennoch müsse man „dankbar sein, dass es sie gibt“. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

In der Champions League sind die Hannoveraner als Ausrichter des Finalturniers übrigens gesetzt. Damit sind sie also noch länger europäisch vertreten als Spandau. Dennoch haben die Berliner den Anspruch, noch mal für Aufsehen zu sorgen. „Wir schenken nichts ab“, sagt Stamm. Denn ein ganzer Monat ohne Sieg passt so gar nicht zum Selbstverständnis.