Berlin - Die nationalen Special Olympics gehen über die Funktion als Sportspiele der Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung hinaus. „Wir haben die Chance, das Thema Inklusion in die Stadt zu tragen und die Bürger für das Thema Inklusion zu sensibilisieren“, sagte Nicola Böcker-Giannini, Staatssekretärin für Sport im Berliner Senat, auf der Auftakt-Pressekonferenz am Sonntag im Berliner Olympiastadion. Am Abend werden die Spiele im Stadion An der Alten Försterei (19.30 Uhr) eröffnet.

In insgesamt 20 Sportarten messen sich die Athleten an verschiedenen Stellen in der Stadt bis zum kommenden Freitag. So finden die Radwettbewerbe auf der Straße des 17. Juni statt. Vor dem Brandenburger Tor, in der Messe Berlin und auf der Regattastrecke in Grünau finden ebenso Wettbewerbe statt. „Das ist eine großartige Chance. Man muss objektiv sagen, dass unsere Athleten vielfach nicht beachtet werden“, sagte Christiane Krajewski, Präsidentin Special Olympics Deutschland (SOD), „es geht darum, dass Menschen mit Behinderungen wahrgenommen und gleichberechtigt behandelt werden“.

Bei den nationalen Special Olympics werden knapp 4000 Athletinnen und Athleten teilnehmen und versuchen, sich für World Games im kommenden Jahr zu qualifizieren. Mit über 7000 Aktiven aus 190 Ländern sowie rund 20 000 Volunteers ist das Event das größte Sportereignis in Deutschland seit den Olympischen Spielen 1972 in München.

So dienen die nationalen Spiele auch dafür, Erfahrungen für die World Games zu sammeln. Für Carsten Kranz, Veranstaltungsleiter der Nationalen Spiele Berlin 2022 und COO im Organisationskomitee sind die Spiele aber weit mehr: „Generalprobe ist ein zu kleiner Begriff. Das ist eine Multisport-Großveranstaltung. Wer bringt sonst 20 Sportarten zusammen?“