Spendenaktion: Berliner Fußballfans sammeln für getöteten Union-Fan

Die tödliche Messerattacke auf Union-Fan Karl M. lässt Fußballfans überall in Berlin enger zusammenrücken. Viele Unioner und Herthaner wollen die Familie des getöteten 19-Jährigen finanziell unterstützen. Nach einem Spendenaufruf gingen bis zum späten Mittwochnachmittag etwa 6000 Euro ein.

Der gewaltsame Tod des angehenden Altenpflegers hat Anhänger verschiedener Fußballclubs vereint. Am Montagabend legten Hunderte Fans des 1. FC Union Berlin und einige Anhänger von Hertha BSC am Tatort an der Stahlheimer Straße in Prenzlauer Berg Blumen, Vereinsschals und -wimpel ab und entzündeten Kerzen. Einen Tag später hat eine Berlinerin einen Spendenaufruf im Internet gestartet, der eine Welle der Hilfsbereitschaft auslöste.

„Schulter an Schulter für Karl“, heißt es dort. Der Erlös werde den Eltern für die Bestattung und Trauerfeier zugutekommen. Der Spendenverlauf auf der Internetseite zeigt: Viele Union-Fans spendeten in Anlehnung an das Gründungsjahr des Köpenicker Zweitligisten genau 19,66 Euro. Auch dutzende Herthaner hinterließen mit 18,92 Euro in der Spendenliste das Gründungsdatum ihres Vereins. Hertha BSC wurde 1892 gegründet.

Suche nach Täter geht weiter

Wegen des gewaltsamen Todes des 19-Jährigen hatte der 1. FC Union in dieser Woche sämtliche Termine und Fantreffen abgesagt. Die Eltern sind seit Jahren Mitglieder des Vereins. Karl M. trug am Tag seines Todes ein T-Shirt des Fußballclubs und einen Rucksack mit einem Union-Logo. „Wir haben der Familie unsere vollste Unterstützung zugesichert“, sagte Christian Arbeit, Sprecher des 1. FC Union dieser Zeitung.

Der etwa 25-jährige Täter, ein kräftiger Mann mit auffälligem Kinn- und Oberlippenbart, ist noch nicht gefasst. Die Polizei hatte an Wohnhäusern in Tatortnähe Plakate mit der Täterbeschreibung aufgehängt. Bisher gingen knapp 30 Hinweise ein. Ermittler gehen davon aus, dass der Täter in dem Kiez wohnt. Er war am Tattag mit einem Hund unterwegs. Polizisten werten nun die Überwachungsbilder aus dem Supermarkt aus, vor dem Karl M. am Sonnabend erstochen wurde.

Die Spendenaktion läuft noch 46 Tage. Der Link im Internet lautet: www.leetchi.com/c/karl1966