Berlin - Bislang ist das deutsche Eishockey davon ausgegangen, dass es dank ausgeklügelter Hygienemaßnahmen der zweiten Coronawelle einigermaßen gewappnet ist. Allerdings zeigt sich dieser Tage, wie sehr das Virus auch diese Branche im Würgegriff hat, und das gerade mal zwei Wochen vor dem geplanten Ligastart der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Denn vom einen auf den anderen Tag sind die Eisbären völlig aus der Bahn geworfen.

Quarantäne bis Donnerstag

Nachdem in dieser Woche zunächst bekannt geworden war, dass einige Berliner Profis positiv auf Covid-19 getestet wurden, musste zunächst das geplante fünfte Spiel im DEL-Vorbereitungsturnier gegen die Adler Mannheim von Donnerstag auf Dienstag verschoben werden. Am Freitag wollte Trainer Serge Aubin wieder zum Training aufs Eis führen, unter anderem mit Zugang Giovanni Fiore, der aus der AHL nach Berlin gelotst werden konnte. Allerdings bestätigte sich die Hoffnung nicht, dass die Ausbreitung des Virus womöglich eingedämmt werden konnte. Weshalb nicht nur das Spiel gegen Red Bull München am Sonnabend, sondern auch das Nachholspiel gegen Mannheim ausfällt. Bis Donnerstag muss das gesamt Team in Quarantäne.

Die Verbreitungswege dieses Virus zu rekapitulieren, fällt selbst gestandenen Experten schwer. Allerdings ist auffällig, dass die Lausitzer Füchse, das Partnerteam der Eisbären aus der DEL 2, bereits vergangene Woche in Quarantäne mussten. Das betraf auch vier Spieler, die sowohl für das Team aus Weißwasser als auch die Berliner Mannschaft einsatzberechtigt sind.

Am Donnerstag vergangener Woche traten die Eisbären zu Spiel vier des Vorbereitungsturniers in Schwenningen an, verloren stark ersatzgeschwächt mit 2:7. Dass auch das Team aus dem Schwarzwald keine Spiele mehr beim MagentaSport Cup bestreiten kann, weil auch hier zahlreiche positive Tests bekanntgeworden sind, legt zumindest die Vermutung nahe, dass diese Fälle in einer Verbindung zueinanderstehen.

Was eben Hinweise darauf liefert, was ab dem 17. Dezember drohen kann, wenn die DEL nach zwei Verschiebungen endlich in die neue Saison startet. Derartige Fälle seien „schon ein kleiner Schock“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem Sport-Informationsdienst. Dennoch gibt er sich pflichtbewusst optimistisch, dass der Plan wie geplant durchführbar ist: „Der Spielplan ist vollgepackt, aber durch die Streckung auf drei Spieltage haben wir zugleich auch etwas Luft.“ Vor allem aber gilt: „Wir müssen flexibel sein und bleiben. Wenn wir Probleme sehen, werden wir reagieren.“

Grundsätzlich müssen die Vereine nicht nur ihre Konzepte hinterfragen, was An- und Abreisen sowie die Spieltage selbst angeht. Wenn Spieler zwischen der DEL und der DEL 2 hin- und herpendeln, um mal hier, mal dort zu trainieren und bei Bedarf den einen oder den anderen zu verstärken, braucht es ein klares Konzept, um zu verhindern, dass es im Falle eines positiven Coronafalles nicht zur großen Streuung kommt. Zunächst geht es aber nun darum, dass die betroffenen Spieler wieder gesund werden. Größere Symptome sind bislang nicht zu verzeichnen.