Es ist gar nicht so leicht, sich einen Überblick über das von Jonas Mattisseck Geleistete zu verschaffen. In den Datenbanken von vier verschiedenen Ligen muss man herumstöbern, um sich ein vollständiges Bild zu machen.

Zum einen wäre da die Bundesliga, in welcher Mattisseck auch am Sonnabend in Albas Entscheidungsspiel um Platz zwei gegen Ludwigsburg (18 Uhr) mit von der Partie sein dürfte, zum anderen die U19-Bundesliga NBBL und die Regionalliga. Hinzukommt die ProB, in welcher Mattisseck mit Albas Kooperationspartner Bernau auch schon aktiv war.

Angedacht war dieses sportliche Multitasking nur bedingt. „Geplant war, dass ich in NBBL und Regionalliga viel Einsatzzeit bekomme und in der ProB als zwölfter Mann dabei bin“, sagt Mattisseck. Doch es kam anders. Innerhalb nur eines Jahres hat der 18-Jährige sich bis in Albas Bundesligakader gespielt.

Mattisseck wurde zum Leistungsträger

Die Rolle, die Jonas Mattisseck bei Bernau in der dritthöchsten deutschen Spielklasse ProB zugedacht war, lässt sich schnell beschreiben. Mittrainieren und als Ergänzungsspieler ab und an mal einige Minuten spielen hätte er sollen. Wirklich Spielpraxis sollte er sich in den Nachwuchsmannschaften von Alba holen. Doch es kam anders.

Ganze neun Spiele hat Mattisseck in NBBL und Regionalliga in der laufenden Spielzeit insgesamt absolviert. Bei Bernau hingegen waren es 20. Statt Trainings- und Aushilfsspieler zu sein, wurde Mattisseck zum Leistungsträger.

8,6 Punkte und vier Assists legte er im Schnitt in knapp 25 Minuten auf. Starke Zahlen für jemanden, der erst im Januar volljährig geworden ist. So stark, dass sie dem Berliner sogar ein Mitspielrecht bei den Profis verschafft haben. Mit denen trainiert Mattisseck inzwischen, wann immer es die Schule zulässt, bei den Spielen sitzt er zumeist mit auf der Bank und hilft aus, wenn Not am Mann oder ein Spiel früh entschieden ist.

Schnelle Entwicklung

Wie es dazu gekommen ist, erklärt Mattisseck selber: „Teils durch Verletzungen, teils durch meine Entwicklung.“ Es waren vor allem die längeren Ausfälle der Guards Bennet Hundt und Peyton Siva, welche Mattisseck die Chance gaben, sich in Bernau und bei den Profis zu empfehlen. Er nutzte diese konsequent und entwickelte sich eindrucksvoll. Hilfreich waren hierbei bereits erwähnte Trainingseinheiten mit den Profis.

„Wenn man auf einem höheren Niveau spielt, entwickelt man sich schnell“, sagt Mattisseck. Auch die Arbeit mit Trainerlegende Aito Garcia Reneses ist nur von Vorteil. „Aitos Training ist unglaublich. Er will uns keine Systeme beibringen, sondern möchte, dass wir verstehen, wie man Basketball spielt“, sagt Mattisseck. Für einen so jungen Point Guard könnte es eigentlich nichts Besseres geben.

Internationaler Erfolg

Die ersten vorläufigen Ergebnisse des Trainings mit den Profis können sich jedenfalls sehen lassen. So glänzt Mattisseck nicht nur bei Alba, sondern auch international. Mit der deutschen U18-Nationalmannschaft gewann er zuletzt das renommierte Albert-Schweitzer-Turnier. Weil er dabei regelrecht dominierte, wurde er sogar als wertvollster Spieler ausgezeichnet. „Als riesigen Höhepunkt“, bezeichnet Mattisseck Titelgewinn und Auszeichnung.

Es dürfte einer von vielen Höhepunkten in der ebenso ereignis- wie abwechslungsreichen Saison des Jonas Mattisseck sein.