BerlinEigentlich wollten die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga einen kleinen Lauf starten. Doch stattdessen gab es durch die überraschende 26:31-Pleite bei der GWD Minden am Sonntag den nächsten herben Rückschlag für den Hauptstadtclub, der sich zuvor immerhin in zwei Pflichtspielen durchgesetzt hatte. „Natürlich ist das erst einmal ein Rückschlag. Ich bin enttäuscht, weil wir uns keine Chance gegeben haben, das Spiel zu gewinnen“, sagte Sportvorstand Stefan Kretzschmar.

Denn der Ex-Profi sieht in seinem Team weiterhin großes Potenzial, was in Minden aber einmal mehr nicht abgerufen wurde. Ihm fehlt vor allem das nötige Selbstbewusstsein. „Wir strahlen nicht aus, was wir wirklich wollen und was für Möglichkeiten wir haben. Es ist schade, dass wir uns in den Möglichkeiten limitieren, weil wir unsere individuellen Qualitäten nicht auf die Platte bringen“, sagte er.

Die Füchse drehen sich im Kreis

Die Füchse drehen sich momentan im Kreis. Guten Auftritten, wie zuletzt gegen Hannover und Kristianstad, folgen schwache Spiele wie gegen Magdeburg und jetzt in Minden. Fehler werden angesprochen, teilweise abgestellt, aber dann treten sie doch wieder auf. „Und täglich grüßt das Murmeltier. Gefühlt hat man immer wieder dieselben Gespräche und Analysen“, sagte Kretzschmar.

Gegen Minden haperte es vor allem am Defensivspiel. „Wir haben sicherlich nicht gut genug verteidigt. Da gab es zu wenige Momente, die sich die Mannschaft erarbeitet hat, um daraus Kapital zu schlagen“, sagte Kretzschmar. Denn mit einer guten Abwehr wollten sie zu schnellen Tempogegenstößen kommen. „So können wir das, was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben, nicht umsetzen. Nämlich das Spiel schnell machen“, sagte er.

Kretzschmar empfand das Spiel seiner Mannschaft oft auch als zu behäbig – besonders in der Überzahl. „Da kommen wir zu einem oder vielleicht zwei Angriffen, aber das ist zu wenig. Da sind wir nicht zwingend oder selbstbewusst genug“, kritisierte er.

Vor der Saison träumten die Füchse von der Champions League, nach fünf Spieltagen mit nur 5:5 Punkten und Tabellenplatz 13 ist die Ernüchterung groß. „So haben wir uns das sicher nicht vorgestellt“, sagte Kretzschmar. Und auch Trainer Jaron Siewert weiß: „Wir sind nach den ersten fünf Spieltagen nicht da, wo wir uns sehen.“

Für das nächste Spiel am Sonntag (16.00 Uhr/Sky) gegen die HSG Wetzlar bleibt nun eine knappe Woche Zeit, da das European-League-Match am Dienstag in Nimes wegen eines Corona-Falls bei den Franzosen abgesagt wurde. Kretzschmar glaubt, dass sein Team aber lieber gespielt hätte. „So wird das Minden-Spiel ordentlich seziert und den Spielern noch einmal unter die Nase gehalten“, sagte er.