Nach dem Tabellenstand sind die Rollen eigentlich klar verteilt. Der Achte spielt gegen den 13. Die erste Tabellenhälfte gegen die zweite. Der Favorit ist klar der erste 1. FC Union. Auch noch im eigenen Stadion. Strenger Heimvorteil. Aber am Sonnabend, dem 20. November, ist die Mannschaft von Hertha BSC zu Gast. Derby, Stadtderby. Da gelten ganz eigene Gesetze. 

Unions Niko Gießelmann freut sich bereits auf das Kräftemessen mit dem Lokalrivalen. „Wir sind gut gerüstet und wollen das Spiel vor eigenem Publikum gewinnen“, sagte der 30-Jährige in einer Medienrunde vor der Partie der beiden Hauptstadtclubs (18.30 Uhr, Sky)  im Stadion an der Alten Försterei.

Gießelmann verzichtet gern auf Tore 

Bereits auf seinen Stationen bei der SpVgg Greuther Fürth sowie bei Fortuna Düsseldorf konnte der gebürtige Hannoveraner Derby-Atmosphäre genießen. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Das war in Fürth und Düsseldorf so, so ist es auch in Berlin.“

Gießelmann hat in seinen bisherigen elf Ligaspielen dieser Saison mit drei Toren und zwei Vorlagen Torjägerqualitäten nachgewiesen, gegen Hertha hätte er nichts dagegen  weitere Scorerpunkte zu sammeln, auch wenn das für ihn zweitrangig ist. „Ich würde mich freuen, wenn wir das Spiel gewinnen, da verzichte ich auf Tore und Vorlagen. Tore würde ich immer gegen den Sieg eintauschen.“

Verletzungssorgen bei Hertha

Gelingt der Dreier im prestigeträchtigen Stadtduell könnte Union sogar einen Champions-League-Platz einnehmen, den man am Sonntag durch den späten Ausgleich beim 2:2 in Köln verpasst hatte. Für Gießelmann ist die europäische Königsklasse trotz des bisher guten Saisonverlaufs aber kein Thema: „Ich habe mir keine Gedanken um die Champions League gemacht. Es ist natürlich ein Traum und wird wohl auch immer ein Traum bleiben. Wir müssen schauen, wo wir herkommen. Unser Ziel ist es, eine gute Saison zu zeigen und kommende Saison Bundesliga zu spielen.“

Im Westend verfolgt man bekanntlich größere Ziele. Allerdings muss Hertha BSC wohl einige Zeit auf Vladimir Darida verzichten. Noch am Montag hatte Trainer Pal Dardai den 31 Jahre alten Tschechen als „Schlüsselspieler“ bezeichnet. „Er ist ein anderer Zehner“, sagte Dardai über den Mittelfeldmann, der die Rolle des Spielmachers eher defensiv und diszipliniert ausübt. „Vladi ist ein Duracell-Hase, der ohne Ende läuft“, erklärte Dardai.  Darauf muss Herthas Cheftrainer im Derby gegen den 1. FC Union nun wohl verzichten.