Berlin - Rund ein halbes Jahr nach dem knapp verlorenen French-Open-Finale trennt den griechischen Topspieler Stefanos Tsitsipas nur noch ein Sieg vom zweiten Grand-Slam-Endspiel. Bei den Australian Open zeigte der 23-Jährige dem italienischen Tennis-Talent Jannik Sinner dank einer Leistungssteigerung mit einem beeindruckenden Auftritt die Grenzen auf. Unter dem geschlossenen Dach der Rod-Laver-Arena gewann Tsitsipas das Viertelfinal-Duell am Mittwoch nach einer kurzen Regenunterbrechung 6:3, 6:4, 6:2 und zog zum dritten Mal ins Halbfinale von Melbourne ein.

„Ich bin sehr glücklich, wie ich aufgeschlagen habe und meine Taktik angewandt habe. Auch wenn ich im Halbfinale bin, das ist erst der Anfang. Let’s do it“, sagte Tsitsipas im Siegerinterview. Am Freitag geht es für den Griechen darum, gegen den russischen US-Open-Gewinner Daniil Medwedew oder den Kanadier Felix Auger-Aliassime erstmals das Endspiel des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison zu erreichen. Das andere Halbfinale bestreiten der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal und der italienische Wimbledon-Finalist Matteo Berrettini.

Im Halbfinale der Damen am Donnerstag richtet sich der Fokus auf die australische Hoffnungsträgerin und Weltranglistenerste Ashleigh Barty, die auf die frühere US-Open-Finalistin Madison Keys aus den USA trifft. Zudem stehen sich die polnische Top-Ten-Spielerin Iga Swiatek und Keys’ Landsfrau Danielle Collins gegenüber. Die French-Open-Gewinnerin von 2020, Swiatek, beendete am Mittwoch mit dem hart umkämpften 4:6, 7:6 (7:2), 6:3 die überraschende Erfolgsserie der Estin Kaia Kanepi. Collins kam dank eines 7:5, 6:1 gegen die Französin Alizé Cornet weiter. Vor drei Jahren war Collins in Melbourne mit dem Halbfinaleinzug der Durchbruch gelungen. Diesmal bedeutet der 28-Jährigen die Vorschlussrunde nach großen gesundheitlichen Problemen im vergangenen Jahr besonders viel.

Kompromisslos trat Tsitsipas gegen den Youngster Sinner auf und hatte gegen den Weltranglistenzehnten stets die bessere Antwort parat. Zu Beginn des zweiten Satzes fing es zu regnen an, die beiden Rivalen flüchteten unter den Sonnenschutz ihrer Bank und versuchten, die Konzentration zu wahren. Während sich das Dach Stück für Stück zuschob, knieten fleißige Ballkinder und Helfer auf dem Hartplatz und wischten mit Handtüchern gegen die Tropfen an.

Rund zehn Minuten dauerte es, bis die Spieler unter dem Applaus der Zuschauer wieder zu ihre Schlägern griffen und es nach einer dreiminütigen Warmspielzeit weiterging. Den Fokus verlor Tsitsipas nicht: Anders als zwei Tage zuvor im Achtelfinale über fünf Sätze gegen den amerikanischen Herausforderer Taylor Fritz sparte er diesmal Kräfte und kann in Abwesenheit von Novak Djokovic weiter vom Titel träumen.