Berlin - In der Sonne Ägyptens haben Lasse Andersson und Jacob Holm noch vor wenigen Tagen den WM-Titel im Finale gegen Schweden gefeiert. Im trüben Berlin erwartet sie genau eine Woche später der graue Ligaalltag: Aufsteiger Tusem Essen wird am Sonntagnachmittag (16 Uhr) in der Schmeling-Halle der erste Gegner des Jahres heißen. Zumindest für die Spieler, die nicht mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz waren. Vorbereitungsturniere, wie etwa der Peugeot-Cup in Dessau, den die Füchse in den vergangenen Jahren immer gerne nutzten, um mit den in Berlin gebliebenen Spielern an der Form zu arbeiten, fand in diesem Jahr ohne Berliner Beteiligung statt. Spielpraxis sammelten also lediglich die Nationalspieler.

Und so muss sich am Sonntag gegen Essen erst einmal wieder das zusammenfinden, was im November und Dezember so gut passte. In allen elf Spielen, national und international, blieben die Füchse ungeschlagen, die letzte Niederlage datiert vom 25. Oktober aus dem Spiel in Minden. Um die Positivserie am Leben aufrechtzuhalten, müssen die Füchse gegen Essen „schnellstmöglich den Rhythmus und die Freude der Spiele vor Weihnachten wieder auf die Platte bringen. Der Sieg für uns ist natürlich Pflicht, aber es wird kein Selbstläufer“, sagt Jaron Siewert. Auch wenn der Aufsteiger erst fünf Punkte in 13 Spielen sammeln konnte, weiß der Füchse-Coach genau um die Gefährlichkeit des Gegners. Immerhin hat er die Essener im vergangenen Jahr zum Bundesliga-Aufstieg geführt.

Essen soll kein Stolperstein sein

Unter seinem Nachfolger sieht es aus seiner Sicht „attraktiv aus, wie Essen spielt. Sehr mutig für einen Aufsteiger, konsequentes Tempospiel. Sie schaffen es sehr gut, den ein oder anderen vielleicht körperlichen Nachteil zu kompensieren und etablierte Erstligisten vor Aufgaben zu stellen“, so Siewert. Für die ambitionierten Berliner darf so ein Gegner durchaus unangenehm zu bespielen, aber eben kein Stolperstein sein. Selbst dann nicht, wenn nach einer untypischen Vorbereitung „noch keiner weiß, wo er steht“, wie Füchse-Sportvorstand Stephan Kretzschmar im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Ambitionen beim HauptstadtKlub bleiben dennoch hoch: „Wir sollten keine Luftschlösser bauen, aber wir sollten präsent sein, wenn sich uns dieses Jahr die Chance auf einen Champions-League-Platz bietet“, sagte Kretzschmar weiter. Als Vierter ist die Chance weiterhin groß. Daran soll das Spiel gegen Essen nichts ändern.