Berlin - Der Stimmungsboykott vor dem Heimspiel-Auftakt am Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig zerreißt den 1. FC Union. Nicht alle Spieler sind mit dem Fan-Vorhaben zufrieden. Keeper Rafal Gikiewicz (31) findet die Aktion gar nicht gut. Zuspruch für die Fans gibt es jetzt allerdings von Zugang Neven Subotic.

Der 30-jährige Innenverteidiger, der beim 4:1 im Test gegen Lichtenberg 47 über 90 Minuten durchspielte und Ansprüche auf die Startformation für Sonntag stellt („Ich bin fit und kann spielen, aber die Entscheidung liegt ganz beim Trainer“) hat Verständnis für die geplante Aktion der Fans. „Es gibt viel zu wenig solcher Proteste. Unsere Fans beziehen eine klare Position. Ich stelle mich hinter unsere Fans.“

Der Ex-BVB-Star weiter: „Ich bin auch dafür, dass man einen anderen Weg des Protests geht. Aber ein Protest der nicht wehtut, kommt nicht so an und wäre eher ein Luxusprotest. Wir zahlen den Preis, die Fans zahlen den Preis. Das akzeptieren wir. Wir hoffen daher, dass die Nachricht gehört wird.“

Fifa-Pläne in Subotics Augen „nicht gut für Union“

Die Kapitalentwicklung im Fußball ist laut Subotic „nicht unbedingt fördernd für den Fußball“. Er sieht langfristig ein Problem im Fußball. „Die Pläne von Fifa und Co. in den nächsten zehn Jahre sind geschmiedet, und ich glaube, dass die nicht unbedingt gut aussehen für Vereine wie Union.“

Keeper Rafal Gikiewicz (31) wendete sich in einem Statement via Instagram an die Fans: „Euer geplanter Boykott in den ersten 15 Minuten ist nicht gut für uns Spieler. Es interessiert mich nicht, wer unser Gegner ist. Ich will einfach nur mit eurer Hilfe gewinnen.“

Subotic dazu: „Wir tauschen uns darüber natürlich untereinander im Team aus und besprechen das mit dem nötigen Respekt. Jeder hat eine eigene Meinung und das ist gut so. Wir alle wünschen uns natürlich Vollgas von den Rängen.“ Man müsse aber auch Verständnis für die Fans aufbringen, für die es um viel gehe.

Subotic rechnet mit Champions-League-Stimmung an der Wuhle

Nach 610 Tagen möchte der Serbe am Sonntag sein Comeback in der Bundesliga feiern. Er könne kaum erwarten, wenn dann die 15. Minute anbricht, denn dann gebe es „Champions-League-Atmosphäre“ an der Alten Försterei.