Berlin - Auf den Rausch folgt der Kater. Das trifft auf Eisbär Parker Tuomie nicht nur sprichwörtlich, sondern ganz real zu. Bei einer Dopingkontrolle ist die verbotene Substanz Carboxy-THC bei dem 25 Jahre alten Stürmer nachgewiesen worden. Dieser Stoff gelangt durch den Konsum von Cannabis in den Körper. Bei aller Titeleuphorie hat Tuomie offenbar etwas die Kontrolle über sich verloren und bekam dafür von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) eine Sperre von drei Monaten aufgebrummt. Diese trat rückwirkend am 7. Juni in Kraft.

5000-Euro-Spende an gemeinnützigen Verein

Entsprechend reumütig gibt sich Tuomie in einer Mitteilung, die der Verein am Mittwoch herausgab: „Als Profisportler und Vorbild hätte mir so etwas nicht passieren dürfen. Es war eine einmalige Angelegenheit, für welche ich die volle Verantwortung übernehme.“ 5000 Euro spendet Tuomie an einen gemeinnützigen Verein aus Berlin. Die Organisation Karuna e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, Heranwachsende in besonderen Lebenslagen durch verschiedene Angebote zu unterstützen. Sportdirektor Stéphane Richer sagt: „Parker hat einen Fehler begangen, für welchen er jetzt die Konsequenzen tragen muss. Natürlich können wir sein unprofessionelles Verhalten nicht akzeptieren. Daher werden wir eine interne Maßnahme ergreifen.“

Bis zum 15. August darf Tuomie an keinen Trainingseinheiten der Bären teilnehmen und muss sich in diesem Zeitraum individuell auf die kommende Saison vorbereiten. Danach darf er im Training wieder gemeinsam mit den Kollegen dem Puck hinterherjagen, bleibt jedoch für sämtliche Vorbereitungs- und CHL-Spiele bis zum 7. September außen vor. Zum Start der neuen Saison ist Tuomie dann wieder spielberechtigt.

Im deutschen Eishockey hat die Nada das sogenannte Ergebnismanagement- und Sanktionsverfahren seit dem Jahr 2009 übernommen. Bei einem Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen führt sie als unabhängige Institution im Auftrag der DEL die Verfahren als Partei vor dem Anti-Doping-Richter durch.

Saisonbilanz: Elf Tore und 13 Vorlagen

Sportlich hat sich der Wechsel Tuomies vor einem Jahr von Nordamerika nach Berlin für beide Seiten ausgezahlt. Der Deutsch-Amerikaner, der als Jugendlicher schon mal für die Eisbären Juniors gespielt hatte, lief von 2013 bis 2020 für Teams in den USA auf, die letzten vier davon für die Mannschaft der Minnesota State University.

Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten in Berlin kam er in seiner ersten deutschen Profisaison schnell zurecht, spielte über weite Strecken in der dritten Eisbären-Reihe, wo er durchaus überzeugen konnte. In 47 Spielen schoss er elf Tore und bereitete 13 Treffer vor. Beim Deutschland-Cup im vergangenen November, der als eine Art Erweckungserlebnis des deutschen Eishockeys nach langer Corona-Pause gilt, kam der Stürmer ebenfalls zum Einsatz.