Tokio - Der herzliche Empfang in Kinosaki entschädigte für die strapaziöse Anreise. Mit ausgebreiteten Armen und kleinen Deutschland-Fähnchen säumte eine Handvoll japanischer Fans die Straße, als die ersten deutschen Athleten ihr vorolympisches Quartier in Japan bezogen.

„Was für eine tolle Begrüßung. Danke!“, twitterte der Deutschland-Achter nach der Ankunft im Trainingslager im 4000-Einwohner-Städtchen im Südwesten Japans. Vergessen waren in diesem Moment der Corona-Testmarathon der vergangenen Tage, die zweitägige Anreise mit Flieger und Bus und der stundenlange Aufenthalt am Flughafen in Tokio.

Ruderer bilden die Vorhut

Die Ruderer, die sich nun im rund 600 Kilometer entfernten Kinosaki den letzten Feinschliff für den Kampf um olympisches Edelmetall holen, bilden die Vorhut der bis zu 438 Sportler:innen, die in den kommenden Tagen und Wochen nach Japan reisen. Am Wochenende nahm der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die letzte Nominierungsrunde für die wegen der gefährlichen Corona-Lage umstrittenen Sommerspiele (23. Juli bis 8. August) vor, Deadline beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist am Montag.

Wie angespannt die Situation in Tokio angesichts der dort steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen ist, bekamen die Ruderer gleich bei ihrer Ankunft zu spüren. „Stabile siebenmal“ wurden die Unterlagen laut Achter-Schlagmann Hannes Ocik am Flughafen in Tokio geprüft, ehe ihnen die Einreise gestattet wurde.

Positiver Corona-Fall bei serbischem Team

„Wir nehmen alle Herausforderungen als Team D gemeinsam an. Das Team D fährt optimal vorbereitet und mit einem guten Impfschutz nach Tokio. Damit unterstützen wir die Gastgeber bei ihrer Aufgabe, möglichst sichere Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen“, sagte DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker am Sonntag.

Dass die Sicherheitsvorkehrungen von japanischer Seite vonnöten sind, bestätigte ein weiterer Corona-Fall unter einreisenden Athleten. Ein Ruderer aus der serbischen Olympiamannschaft wurde nach der Landung positiv auf das Virus getestet. Er wurde sofort isoliert, die anderen Mitglieder des vierköpfigen Teams begaben sich in eine 14-tägige Quarantäne. Schon vor knapp zwei Wochen war es in Ugandas Mannschaft zu zwei positiven Fällen gekommen.